Pflasterbild löst Kettenreaktion aus - der Zufall bei Claes Oldenburg
-Dem Zufall auf der Spur-
(Materialsammlung zum Zufall in der Kunst -3-)
3. 6. Claes Oldenburg
Quelle

CLAES OLDENBURG (geb. 1929); Quelle
Oldenburg ist ein US-amerikanischer Objektkünstler schwedischer Abstammung, der 1956 nach New York zog. Ein Plastiker des Abstrakten Expressionismus und der Pop-Art, der Dinge des täglichen Lebens wie Esswaren, Zigarettenkippen oder eine Zahnpastatube ins Monumentale vergrößert oder harte Gegenstände in weichem Material nachbildet; der Kolossalmonumente in Form von Gebrauchsgegenständen entwirft (Bsp.: «Lippenstift-Denkmal» der Yale University, 1969; «Wäscheklammer» in Philadelphia, 1976; «Krawatte» in Frankfurt a. M., 1994) und Werke im Stil der Land Art fertigt. (s.a.u.)
Oldenburg reizt: mit Haptischem sowie durch Verfremdung. Er provoziert ein Berühren seiner Objekte und stellt Fragen zur Trivial-Realität der Konsumgesellschaft. (*1)
Und jetzt knallts ganz zufällig
Wie ein kurzer Augenblick eine ganze Schaffensperiode thematisch beeinflusst und sich in den verschieden Kunstgattungen niederschlägt, davon kündet dieses visuelle Zufallserlebnis, das sich in einer ganzen Kette von Kunstwerken niederschlug:
"So erinnere ich mich an die Vorbereitung einer Ausstellung von Werken des großen amerikanischen Objektmachers Claes Oldenburg, mit dem ich Köln über den Wallraf-Platz zwischen dem alten Funkhaus und dem damaligen Wallraf-Richartz-Museum (heute Museum für Angewandte Kunst) schlenderte.
Plötzlich blieb Oldenburg stehen und blickte fasziniert auf das Pflaster: Er hatte in einer Platte die Umrisse einer Pistole erkannt, die er dann spontan in eine seiner dreidimensionalen Arbeiten übertrug."
(Karl Ruhrberg in Der gültige Augenblick- Photographien von 1991-1999, Edition Brams, Heidelberg 2000; S. 12)

Claes Oldenburg. (American, born Sweden, 1929). "Empire" ("Papa") Ray Gun. 1959. Casein on papier-mâché over wire, 35 7/8 x 44 7/8 x 14 5/8" (90.9 x 113.8 x 36.9 cm). Gift of the artist. © 2007 Claes Oldenburg; Quelle
Ab 1959/60 steht das Ray Gun ganz im Mittelpunkt aller künstlerischen Aktivitäten, z.B. in:
1. Ray Gun Spex
2. Schizo Ray Gun
3. Ray Gun Theatre mit Jim Dine, Al Hansen, Alan Kaprow, Robert Whitman 1962 veranstaltet mit «Nekropolis»-Aufführungen.
4. Der Ray Gun Wing - ein Ausstellungsraum in der Form einer Pistole, 1977 im Museum of Contemporary Art, Chicago). (*2)
Einen Höhepunkte seiner Installationen stellt das o.g. Mouse Museum / Ray Gun Wing aus dem Jahre 1977 dar. Es wurde konzipiert als Aufbewahrungsort für Oldenburgs umfangreiche Sammlung kleiner Objekte (gemeinsamen Arbeiten des Künstlers und Coosje van Bruggens) und enthält nichtveränderte und veränderte Objekte - gefundene, gekaufte, von Reisen mitgebrachte Souvenirs, Krimskrams, Spielzeug usw. -, Atelierobjekte und Fragmente - wie z. B. die von Oldenburg entworfenen für Happenings bestimmten Objekte. Diese Dinge wurden vom Künstler entlang eines 'Strips' innerhalb einer festgelegten Zeit, in einer Art 'Ein-Mann Performance', ohne innezuhalten oder zurückzugehen, arrangiert. (*3) Das "Mouse Museum/Ray Gun Wing" wird als eine Art Mausoleum voller Spielzeugwaffen betrachtet und nimmt den Weihetempel Museum aufs Korn.

Claes Oldenburg.
Mouse Museum. 1965-77.
Enclosed structure of wood, corrugated aluminum, and plexiglass display cases containing 385 objects, 10' x 31' 6" x 33' (304 x 960 x 1030 cm). Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Vienna. Photo: Heinz Blezen, courtesy Claes Oldenburg and Coosje van Bruggen Quelle

Empire Ray Gun Re-do (Ma-Ma?) (After Claes Oldenburg), 2006; paper, ceramic, platinum overglaze, wheat paste, chicken wire; Quelle

Quelle
Zitate des Künstlers
* "Theater is the most powerful art form there is because it is the most involving.... I no longer see the distinction between theater and visual arts very clearly... distinctions I suppose are a civilized disease."
* "We don't copy the objects we use, we try to transform them and we hope they go on transforming as you look at them. The idea of endless public dialogue.. visual dialogue.. is very important to us."
* "I am for an art that is political-erotical-mystical, that does something other than sit on its ass in a museum."
* "If you're an architect you have to make changes to suit your client but we present a finished project."
_______________________________
*1 Diese Objekte sehen für mich andererseits wie überdimensionierte, organisierte Zufälle aus. Ich sah dieses gigantische Beutelchen vor einigen Jahren im Centre Pompidou in Paris.

Claes Oldenburg, Giant Ice Bag, 1969-1970, installation: vinyl, steel, motors and fans, fiberglass, lacquer, 600 x 600 cm, Georges Pompidou Center, Paris. Quelle
The large bicycle parts, components of "La Bicyclette Ensevelie" (The Sunken Bicycle), Claes Oldenburg Quelle

Quelle
Quelle
*2 The "Ray Gun Spex" appear to have been presented, in succession, on each of three nights "and never again"; Feb. 29, Mar. 1, and Mar. 2 ("Ray Gun Spex" tickets, Judson Church archives)
Quelle
*3 Ausstellungen/ Publikationen:
Claes Oldenburg: Mouse Museum/ Ray Gun Wing. Otterlo, Netherlands: Kröller-Müller Museum; Cologne: Museum Ludwig, 1979. In Dutch, German and English. 136 pp. Available through Printed Matter, NYC.
"Mouse Museum and Ray Gun Wing" and Cohen's drawings:
- Museum of Contemporary Art, Chicago, 1977.
- Phoenix Art Museum, 1977.
- St. Louis Art Museum 1979.
- Dallas Museum of Fine Arts, 1978.
- The Whitney Museum of American Art, New York, 1978.
- Museum Ludwig, Cologne. 1979.
Quelle
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(Materialsammlung zum Zufall in der Kunst -3-)
3. 6. Claes Oldenburg
Quelle

CLAES OLDENBURG (geb. 1929); Quelle
Oldenburg ist ein US-amerikanischer Objektkünstler schwedischer Abstammung, der 1956 nach New York zog. Ein Plastiker des Abstrakten Expressionismus und der Pop-Art, der Dinge des täglichen Lebens wie Esswaren, Zigarettenkippen oder eine Zahnpastatube ins Monumentale vergrößert oder harte Gegenstände in weichem Material nachbildet; der Kolossalmonumente in Form von Gebrauchsgegenständen entwirft (Bsp.: «Lippenstift-Denkmal» der Yale University, 1969; «Wäscheklammer» in Philadelphia, 1976; «Krawatte» in Frankfurt a. M., 1994) und Werke im Stil der Land Art fertigt. (s.a.u.)
Oldenburg reizt: mit Haptischem sowie durch Verfremdung. Er provoziert ein Berühren seiner Objekte und stellt Fragen zur Trivial-Realität der Konsumgesellschaft. (*1)
Und jetzt knallts ganz zufällig
Wie ein kurzer Augenblick eine ganze Schaffensperiode thematisch beeinflusst und sich in den verschieden Kunstgattungen niederschlägt, davon kündet dieses visuelle Zufallserlebnis, das sich in einer ganzen Kette von Kunstwerken niederschlug:
"So erinnere ich mich an die Vorbereitung einer Ausstellung von Werken des großen amerikanischen Objektmachers Claes Oldenburg, mit dem ich Köln über den Wallraf-Platz zwischen dem alten Funkhaus und dem damaligen Wallraf-Richartz-Museum (heute Museum für Angewandte Kunst) schlenderte.
Plötzlich blieb Oldenburg stehen und blickte fasziniert auf das Pflaster: Er hatte in einer Platte die Umrisse einer Pistole erkannt, die er dann spontan in eine seiner dreidimensionalen Arbeiten übertrug."
(Karl Ruhrberg in Der gültige Augenblick- Photographien von 1991-1999, Edition Brams, Heidelberg 2000; S. 12)

Claes Oldenburg. (American, born Sweden, 1929). "Empire" ("Papa") Ray Gun. 1959. Casein on papier-mâché over wire, 35 7/8 x 44 7/8 x 14 5/8" (90.9 x 113.8 x 36.9 cm). Gift of the artist. © 2007 Claes Oldenburg; Quelle
Ab 1959/60 steht das Ray Gun ganz im Mittelpunkt aller künstlerischen Aktivitäten, z.B. in:
1. Ray Gun Spex
2. Schizo Ray Gun
3. Ray Gun Theatre mit Jim Dine, Al Hansen, Alan Kaprow, Robert Whitman 1962 veranstaltet mit «Nekropolis»-Aufführungen.
4. Der Ray Gun Wing - ein Ausstellungsraum in der Form einer Pistole, 1977 im Museum of Contemporary Art, Chicago). (*2)
Einen Höhepunkte seiner Installationen stellt das o.g. Mouse Museum / Ray Gun Wing aus dem Jahre 1977 dar. Es wurde konzipiert als Aufbewahrungsort für Oldenburgs umfangreiche Sammlung kleiner Objekte (gemeinsamen Arbeiten des Künstlers und Coosje van Bruggens) und enthält nichtveränderte und veränderte Objekte - gefundene, gekaufte, von Reisen mitgebrachte Souvenirs, Krimskrams, Spielzeug usw. -, Atelierobjekte und Fragmente - wie z. B. die von Oldenburg entworfenen für Happenings bestimmten Objekte. Diese Dinge wurden vom Künstler entlang eines 'Strips' innerhalb einer festgelegten Zeit, in einer Art 'Ein-Mann Performance', ohne innezuhalten oder zurückzugehen, arrangiert. (*3) Das "Mouse Museum/Ray Gun Wing" wird als eine Art Mausoleum voller Spielzeugwaffen betrachtet und nimmt den Weihetempel Museum aufs Korn.

Claes Oldenburg.
Mouse Museum. 1965-77.
Enclosed structure of wood, corrugated aluminum, and plexiglass display cases containing 385 objects, 10' x 31' 6" x 33' (304 x 960 x 1030 cm). Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Vienna. Photo: Heinz Blezen, courtesy Claes Oldenburg and Coosje van Bruggen Quelle

Empire Ray Gun Re-do (Ma-Ma?) (After Claes Oldenburg), 2006; paper, ceramic, platinum overglaze, wheat paste, chicken wire; Quelle

Quelle
Zitate des Künstlers
* "Theater is the most powerful art form there is because it is the most involving.... I no longer see the distinction between theater and visual arts very clearly... distinctions I suppose are a civilized disease."
* "We don't copy the objects we use, we try to transform them and we hope they go on transforming as you look at them. The idea of endless public dialogue.. visual dialogue.. is very important to us."
* "I am for an art that is political-erotical-mystical, that does something other than sit on its ass in a museum."
* "If you're an architect you have to make changes to suit your client but we present a finished project."
*1 Diese Objekte sehen für mich andererseits wie überdimensionierte, organisierte Zufälle aus. Ich sah dieses gigantische Beutelchen vor einigen Jahren im Centre Pompidou in Paris.

Claes Oldenburg, Giant Ice Bag, 1969-1970, installation: vinyl, steel, motors and fans, fiberglass, lacquer, 600 x 600 cm, Georges Pompidou Center, Paris. Quelle
The large bicycle parts, components of "La Bicyclette Ensevelie" (The Sunken Bicycle), Claes Oldenburg Quelle

Quelle
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*2 The "Ray Gun Spex" appear to have been presented, in succession, on each of three nights "and never again"; Feb. 29, Mar. 1, and Mar. 2 ("Ray Gun Spex" tickets, Judson Church archives)
Quelle
*3 Ausstellungen/ Publikationen:
Claes Oldenburg: Mouse Museum/ Ray Gun Wing. Otterlo, Netherlands: Kröller-Müller Museum; Cologne: Museum Ludwig, 1979. In Dutch, German and English. 136 pp. Available through Printed Matter, NYC.
"Mouse Museum and Ray Gun Wing" and Cohen's drawings:
- Museum of Contemporary Art, Chicago, 1977.
- Phoenix Art Museum, 1977.
- St. Louis Art Museum 1979.
- Dallas Museum of Fine Arts, 1978.
- The Whitney Museum of American Art, New York, 1978.
- Museum Ludwig, Cologne. 1979.
Quelle
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tja - 16. Mai, 22:10




































