

"I'll Catch You"; GET UP KIDS

Legende des Dreamcatchers (1)
Vor langer Zeit, als die Welt jung war, begab sich ein alter spiritueller Führer der Lakota-Sioux auf einen hohen Berg. Dort hatte er eine Vision.
In seiner Vision erschien ihm Iktomi, der große Trickser und Lehrer der Weisheit, in Gestalt einer Spinne. Iktomi sprach zu dem Ältesten in einer Sprache, die nur die spirituellen Führer der Lakota verstehen konnten. Während er sprach, nahm Iktomi, die Spinne, des Ältesten Weidenreifen, der mit Federn besetzt war, einige Pferdehaare, Perlen und Opfergaben und begann, ein Netz zu spinnen. Er sprach zu dem Ältesten über die Lebenszyklen - darüber, wie wir unser Leben als Säuglinge beginnen und uns weiterbewegen zur Kindheit und dann zum Erwachsenenalter. Schließlich erreichen wir das Alter, wo für uns gesorgt wird wie für Kinder - den Zyklus vervollständigend.
„Aber”, sagte Iktomi, während er fortfuhr, sein Netz zu spinnen, „in jeder Zeit des Lebens begegnen uns Kräfte - einige gute und einige schlechte. Wenn Du den guten Kräften zuhörst, werden sie Dich in die richtige Richtung lenken. Hörst Du aber auf die schlechten Kräfte, werden sie Dich verletzen und fehlleiten.” Er fuhr fort: „Es gibt viele Kräfte und verschiedene Richtungen, welche hilfreich sein können und Dich unterstützen, in Harmonie mit der Natur wie auch mit dem Großen Geist und seinen wundervollen Lehren zu leben, und solche, die sich einmischen und stören.” Die ganze Zeit, während die Spinne sprach, fuhr sie fort, ihr Netz zu weben, beginnend an der Außenseite und zur Mitte hinarbeitend.
Als Iktomi seine Erläuterungen beendet hatte, gab er dem Lakota-Ältesten das Netz und sagte: „Schau, das Netz ist ein vollkommener Kreis, aber da ist ein Loch im Zentrum des Kreises. Benutze das Netz, um Dir und Deinem Stamm zu helfen, Eure Ziele zu erreichen und nutze die Ideen, Träume und Visionen Deines Volkes in sinnvoller Weise. Wenn Du an den Großen Geist glaubst, wird das Netz Deine wertvollen Ideen einfangen, während die schädlichen durch das Loch verschwinden.”
Der Lakota-Älteste gab seine Vision an sein Volk weiter, und nun gebrauchen die Sioux-Indianer den Dreamcatcher als Netz des Lebens:
Der Dreamcatcher wird über ihren Betten aufgehängt, um ihre Träume zu sieben. Das Gute ihrer Träume wird im Lebensnetz gefangen und begleitet sie - aber das Böse rinnt durch das Loch im Zentrum und ist nicht länger ein Teil von ihnen. Die Sioux glauben, daß der Dreamcatcher das Schicksal ihrer Zukunft entscheidet.

Legende des Dreamcatchers (2)
Eine traurige alte Frau des Stammes der Ojibwa-Indianer kam vor sehr langer Zeit zur weisen alten Spinnenfrau. Sie klagte der weisen Spinnenfrau ihr Leid und erzählte ihr, dass ihre kleine Tochter nachts von bösen Albträumen heimgesucht werde und deshalb sehr schlecht schlafen könne. In ihrer Verzweiflung bat die Mutter die weise Spinnenfrau um Rat und ihre Hilfe.
Die Spinnenfrau antwortete ihr: »Nimm andächtig einen Zweig der Weide am Fluss und biege ihn zu einem heiligen Kreis. Fülle diesen Kreis mit einem Spinnengeflecht aus. Arbeite ihn sorgsam aus. Danach hänge ihn über die Schlafstätte Deines Kindes. Die bösen Träume werden sich in dem Geflecht verfangen, die guten Träume werden weiterhin den Weg zu Deiner Tochter finden.«
Die Mutter befolgte den Rat der weisen Spinnenfrau und fertigte sorgfältig den ersten Traumfänger. Nachdem sie ihn über das Bett ihrer Tochter gehängt hatte, konnte ihre Tochter wieder ruhig schlafen.
Friedrich Nietzsche, Morgenröte
In allem wollt ihr verantwortlich sein! Nur nicht
für eure Träume! Welche elende Schwächlichkeit,
welcher Mangel an folgerichtigem Mute!
Nichts ist mehr euer eigen als eure Träume.
Nichts mehr euer Werk!
Stoff, Form, Dauer, Schauspieler, Zuschauer - in
diesen Komödien seid ihr alles selber!
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