"Während im Auge etwa hundert Millionen Lichtrezeptoren sitzen, liegt die Anzahl der inneren Haarzellen im Innenohr nur bei etwa 3500. Und doch kann das Hören von Musik, kanadische Forscher haben das nachgewiesen, auf eine Weise die Ausschüttung von Endorphinen – von körpereigenen Glücksboten – stimulieren, wie es sonst nur Sex oder Drogen tun. " (hochinteressante Hirnforschungen zum Einfluss von Musik: hier)
Flügelschläge, Prof. Legotsky gewidmet
Ein ganz wunderbares Konzert - das zweite, welches wir miterleben konnten - mit Prof. Legotsky fand heute im Martin-Luthersaal der Ev. Johannesgemeinde statt.
Prof. Michael Legotsky spielte Werke von Beethoven, Chopin, Rachmaninov und Liszt:
Beethoven:
Sonate Nr.8 c-moll, op. 13
Pathetique
Grave, Allegro di molto e con brio
Rondo allegro
Sergej Rachmaninov:
drei Preludes
G-dur, op. 32, Nr. 5
g-moll, op.23, Nr. 5
B-dur, op. 22, Nr. 2
Franz Liszt:
drei ungarische Rapsodien
Nr. 10, Nr. 12
Es ist sehr sehr selten, dass man vor Ort mit einer derartigen Professionalität in Berührung kommt und noch dazu vorgetragen von einer derart angenehmen Persönlichkeit mit Herz, Verstand und Charisma. Es gibt in seiner Art des Vortrages nichts, was einen in der privaten Rezeption stört. Er drängt sich weder auf, noch lässt er das Publikum allein. Nichts ist aufgesetzte Show und doch speist sich alles aus tiefer Hingabe an das jeweilige Werk, man spürt den Bildern nach, die Prof. Legotsky heraufbeschwört...
Wenn seine Hände über das Klavier gehen, scheint er die Tasten gar nicht zu berühren, es findet wohl eine Art unsichtbarer Energietransfer zwischen Kopf, Herz, Fingern und Klavier statt, der gar nicht wie Arbeit- eher wie der Flügelschlag eines Genies aussieht. Ein organisches Handlungssystem zwischen Mensch und Objekt, das tief berührt.
Ich hatte den Eindruck, dass er das Klavier kaum benötigte, weil sein Fingerspiel einen direkten Flügelschlag auf der Seele des Zuhörers hinterließ. Nicht nur Ohrenkunst sondern auch Augenschmaus...
Eine Lebendigkeit, die den meisten Menschen im Laufe ihres Lebens verlorengeht... begleitet von kindlicher Freude am Spiel, den reichen Erfahrungsschatz seines Lebens nicht verleugnend.
Lebenslauf Prof. Michael Legotsky:
• 1942 in Kasachstan geboren
• erste musikalische Ausbildung im Elternhaus
• 1957–60 Schüler der berühmten Stoljarski-Internatschule in Odessa
• 1960–65 Studium an der Musikhochschule Odessa bei
• Prof. SL. Moguiljewskaja
• 1965 – 67 Aspirantur an der Tschaikowski-Musikhochschule Kiew bei Prof. W. Topilin
• Nach erfolgreicher Teilnahme an regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben begann eine umfangreiche Konzerttätigkeit mit bisher weit über 2000 Konzerten.
•1967 – 2000 Lehrtätigkeit an der Prokofjew-Musikhochschule in Donezk
•1989 Professur
•M. Legotsky ist Prokofjew-Preisträger, Verdienter Künstler der Ukraine und Mitglied der Internationalen Akademie für Wissenschaft, Bildung und Kunst in Kalifornien (USA)
•Seit 2000 lebt Michael Legotsky in Deutschland
•Zahlreiche Konzerte u. a. in Berlin, Erfurt, Halle, Leipzig, Weimar, Wittenberg; weitere Gastkonzerte in Holland, Israel und Norwegen
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Die gebürtige Ukrainerin Elena Satsukevych studierte Klavier und Kammermusik an der Musikhochschule in Donetzk in der Ukraine(UA) unter anderem bei Prof. Legotsky.
I dreamt I was Messi, running on the field
No one can stop me, breaking through like the wind
I dreamt I was Rui, dancing on the stage
Playing like an artist, elegant and refined
Let's fight on battlefield, like a real warrior
Let's move on together, you know we're approaching
Let's fight like the soldiers, for the honour and glory
The goal's getting closer, let's shout and scream
I wish I was Martin, those madness are shining
Even I was called a lunatic, I enjoy what I'm doing
I wish was Pablo, rocking like an angel
Some call me "el payaso", I can always surprise you
So could you please stand up, all my dear brothers
Let's face it together, the darkest hours
It's getting tuff and harder, I can feel my heart is bleeding
Can you wipe the tears away, we will never surrender
I dreamt I was Drogba, moving like a monster
I dreamt I was Pavel, firing like a canon
I dreamt I was Zinedine, controlling like a master
I dreamt I was anybody, who can bring us the victory
Let's fight on battlefield, like a real warrior
Let's move on together, you know we're approaching
Let's fight like the soldiers, for the honour and glory
The goal's getting closer, let's shout and scream
So could you please stand up, all my dear brothers
Let's face it together, the darkest hours
It's getting tuff and harder, I can feel my heart is bleeding
Can you wipe the tears away, we will never surrender
"ive aus Nantes: Alles dreht sich um Franz Schubert in diesem Jahr beim Musikfestival "La Folle Journée" in Nantes.
ARTE ist mit dabei und sendet einen Tag lang, von 9.45 Uhr bis 20.30 Uhr, Lieder, Sinfonien, Klavierstücke und eine Messe dieses großen Komponisten der Romantik, live und zeitversetzt aus Nantes."
... bei solch gegensätzlichen kunstwerken zum thema 1. weltkrieg.
es prallen kunstwelten aufeinander, das ist mir heute klar geworden. und doch bin ich auf unterschiedliche weise, gleichermaßen berührt von den leisen und den lauten tönen hier...:
bei der recherche zum inhalt des nachfolgenden liedtextes eines zunächst mal musikalisch aufrüttelnden songs, stieß ich auf eine mir bis dato unbekannte geschichte (die ich nie hinter diesen tönen vermutet hätte)
... und ich fühlte mich sofort an das nachstehende denkmal in london erinnert, das mir wegen seiner ungewöhnlichen, wenn auch eigentlich "nur" realistischen, motivwahl in erinnerung bleiben wird. makaber, treffend, passender, als viele tradierte denkmäler für soldaten.
In a foreign field he lay
lonely soldier unknown grave
on his dying words he prays
tell the world of Paschendale
Relive all that he's been through
last communion of his soul
rust your bullets with his tears
let me tell you 'bout his years
Laying low in a blood filled trench
killing time 'til my very own death
on my face I can feel the falling rain
never see my friends again
in the smoke in the mud and lead
the smell of fear and the feeling of dread
soon be time to go over the wall
rapid fire and the end of us all
Whistles, shouts and more gun-fire
lifeless bodies hang on barbed wire
battlefield nothing but a bloody tomb
be reunited with my dead friends soon
many soldiers eighteen years
drowned in mud, no more tears
surely a war no one can win
killing time about to begin
Home, far away. From the war, a chance to live again
Home, far away. But the war, no chance to live again
The bodies of ours and our foes
the sea of death it overflows
in no-man's land God only knows
into jaws of death we go...
Crucified as if on a cross
allied troops, they mourn their loss
German war propaganda machine
such before has never been seen
swear I heard the angels cry
pray to God no more may die
so that people know the truth
tell the tale of Paschendale
Cruelty has a human heart
every man does play his part
terror of the men we kill
the human heart is hungry still
I stand my ground for the very last time
gun is ready as I stand in line
nervous wait for the whistle to blow
rush of blood and over we go...
Blood is falling like the rain
its crimson cloak unveils again
the sound of guns can't hide their shame
and so we die in Paschendale
Dodging shrapnel and barbed wire
running straight at canon fire
running blind as I hold my breath
say a prayer symphony of death
as we charge the enemy lines
a burst of rounds and we go down
I choke I cry but no one hears
feel the blood go down my throat
Home, far away. From the war, a chance to live again
Home, far away. But the war, no chance to live again
Home, far away. From the war, a chance to live again
Home, far away. But the war, no chance to live again
See my spirit on the wind
across the lines beyond the hill
friend and foe will meet again
those who died at Paschendale
Textbezug (2003 auf Dance of Death): über Schicksal eines Soldaten während der totalen Vernichtung des Dorfes Passendale und der Gegend Zonnebekes (Westflandern) in Belgien während des 1. WK; im englischen Sprachgebrauch wird diese Schlacht seither mit dem Synonym Passchendaele bezeichnet (hier endete 1917 die Schlacht mit der Eroberung des Dorfes durch Einheiten des Vereinigten Königreichs und Kanadas unter größten Verlusten)
Passendale vor und nach der dritten Flandernschlacht, 1917
Ich höre momentan sehr viel Musik- so viel, wie nie in meinem Leben zuvor und etwas fällt mir auf:
Mitunter sind die Anfänge von Liedern stärker als der eigentliche Song insgesamt betrachtet. Sie reizen unheimlich, es entwickeln sich Erwartungshaltungen, die im kleinen, im Zeitraffer betrachtet, der Vorfreude beim Auswickeln eines Geschenkes oder der Vorfreude auf ein Treffen mit dem Liebsten entsprechen. Der Überraschungsreiz ist groß, doch schon beim Auswickeln verflüchtigt sich irgendetwas...
Ich versuche das mal etwas zu beleuchten.
Wichtiger erscheint mir noch eine Vermutung: es scheint, als hätte der Komponist sich ganz besonders auf diesen Anfangspunkt konzentriert, der wie die Quintessenz eines Gefühls, eines Gedankens etc. über den Fortlauf entscheidet.
Eigentlich ist mit dieser Einleitung, mit diesem Part bereits alles gesagt- der ganze Kosmos gegossen in einen einzigen Wassertropfen. Dieser Beginn wird vom empfangenden Körper als eine Art verdichtete Poesie gelesen- eine Eingebung, die eher aus dem Unterbewusstsein, dem Bauchgefühl, dem Herzen (oder woraus auch immer) des Komponisten entsprungen zu sein scheint, während der Rest eher experimentell oder bewusster, gewollter geformt rüberkommt.
Ähnliches kenne ich mitunter von mir- es gibt einen fantastischen Anfang beim Schreiben oder Visualisieren und dann artet alles irgendwann eher in Arbeit aus... (lassen die Konzentration, die Eingebung, ... nach?) oder sagen wir: der Anfang eines Werkes kristallisiert sich aus anderen Bewusstseinschichten zusammen und verliert sich irgendwann im Bewusstsein, was mitunter Fortlaufendes schmälert.
JA, natürlich ist das nicht immer so- ich spreche hier ja auch nicht von der Gesamtheit von Kunstwerken sondern eher von jenen, die anscheinend frühzeitig beendet oder bei dem das kreative Schaffen unterbrochen worden ist. Es heißt auch nicht, dass sie im eigentlichen Sinne früher beendet worden, als es für sie richtig gewesen wäre- sondern, dass sie nicht mit der gleichen Arbeitsmethode, nicht in einem Fluss produziert worden sind. Das hört, sieht, fühlt man ihnen an- es muss auch kein Qualitätskriterium bedeuten- einfach ein bemerkter, gefühlter Unterschied. Das heißt auch nicht, dass sie nicht mit dem Rest ein homogenes oder kontrastreiches Ganzes bilden könnten, oder dass der Hauptteil schlechter wäre, wenn ihr versteht, was ich damit meine...
Als unheimlich interessante Songanfänge betrachte ich, spontan gesucht, z.B. jene von:
PJ Harvey - Rid of Me
Blur - Ambulance
P.s.:
Ist der kreative Fluss erst einmal unterbrochen worden, ist es unheimlich schwer, wieder seine Mitte zu finden, am Gefühl wieder anzudocken, wo man einst aufgehört hatte... eigentlich stellt sich nichts zweimal her, es kommt nie wieder so, wie es zuvor einmal war... hmmm... und nun schlägt sich fast eine Art Brücke zu AHN`s heutigem Artikel, fällt mir gerade auf...
Und genau aus diesem Grunde gleicht eine derartige Scheißunterbrechung dem Beinahe- Tod eines Gedanken, eines Gefühls, eines Kunstwerkes. Kein Wunder, wenn man dann tief traurig oder unheimlich wütend wird. Das kenne ich zur genüge. Und so könnten sich Teile eines Werkes von anderen, wie oben beschrieben, seperatieren.
eine cd hebt die linarität der zeit auf. sie ermöglicht z.b. das nebeneinander von aufnahmen aus ganz verschiedenen zeiten.
mann müsste einmal eingesperrt werden, um die wirkliche, innere freiheit zu messen.
ich telefoniere sehr gern, die anwesenheit von menschen vor mir irritiert mich.
permanente konzerte verführen zum mogeln, man spielt nur noch in gewohnter weise. und man altert sehr schnell, die fantasie bleibt auf der strecke.
nach dem wesentlichen suchen- der intension eines werkes, seiner architektur, seiner kraftvollen interpretation. dann ist ein konzert wie eine liebesgeschichte, wenn dies gelingt.
(ansonsten ist es wie die sensationslust bei einem stierkampf, dass die leute ins konzert gehen. sie schauen ja nur zu, setzen sich keiner gefahr aus.- befragt nach dem unterschied zwischen musikhören im konzert und am lautsprecher)
die technik war eine befreiung für den zuhörer. er bekam jetzt viel mehr auswahl.
bachs letzte fuge öffnet ein universum.
über ihn:
das mentale bild sollte bewahrt werden, deshalb probte er vor studioaufnahmen nicht.
er erklärt sich einverstanden mit der aussage, der heutige musiker müsse ein happening aus den (klassischen) stücken machen.
in gewisser weise wird ein zuhörer zu glenn gould, er identifiziert sich mit ihm, gibt seine eigene individualität auf.
glenn gould ist ein lyrischer musiker.
er spielte bachs letzte fuge weiter und wurde bach.