Malerei & Grafik

Samstag, 21. Juni 2008

o.T.

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o.T., Tripple Art und Computerbearbeitung (2005?)


so ungefähr siehts gerade in meinem kopf aus... es gibt noch hoffnung, dass das system wieder in ordnung kommt. ich wünschte,du würdest morgen mitfahren. aber was rede ich da- du bist eh überall dabei.
 

Die Geburt eines Unterwassersterns

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Image Hosted by ImageShack.usMischtechnik (Aquarell, Fineliner, PC-Bearbeitung), 6/2008
 

Montag, 3. März 2008

Blutopfer IV

5. Das Blutopfer-Ritual II

In der polytheistischen Glaubensvorstelllung der Mayas (s.u.) stellte man sich die Götter analog zu den Menschen als sterbliche Wesen vor. So diente das Opfer auch nicht einfach nur zu ihrer Gnädigstimmung, vielmehr war es der Opferdienst der Menschen, der die Götter in gewisser Weise am Leben erhielt.

"Es herrschte ein Art Symbiose: die Menschen konnten ohne die Götter nicht leben, die den Regen brachten und den Mais wachsen ließen, umgekehrt brachten die Menschen den Göttern Nahrung – ihr Blut.
Dadurch, daß es zusammen mit Kopalharz und anderen Beigaben verbrannt wurde, konnte der aufsteigende Rauch die Götter am Leben erhalten, nur in dieser Form konnten sie das Blut konsumieren.
In den aufsteigenden Rauchwolken manifestierte sich das Übernatürliche sichtbar für den Ritusteilnehmer.
Folglich kann man annehmen, daß das Blutopfer die Maya in ihrem alltäglichen Leben begleitet hat."
Quelle

So erklärt sich auch die übliche Darstellungsweise in der Maya-Kunst, die Könige zeigt, welche einen Gott als Säugling im Arm tragen. Andererseits wurden Götter zugleich als uralte Wesen vorgestellt.

Das menschliche Blut spielte bei den Mayas (wie auch bei anderen Kulturen Mittelamerikas ) eine besondere Rolle. Wie in unserem Relief zu sehen, war es Tradition, dass hochgestellte Persönlichkeiten ihr Blut opferten, z. B., indem sie sich dornige Fäden durch Lippe oder Zunge zogen oder auch den Penis mit Seeigel- bzw. Rochenstacheln anstachen.
Dabei schien gerade die Schmerzhaftigkeit dieser Praxis für ihren religiösen Wert von großer Bedeutung gewesen zu sein. Es ist bis heute ungeklärt, ob die meist in klassischer Zeit dargestellte Visionsschlange bei diesem Ritual ein Hinweis darauf ist, dass der Blutverlust zu religiösen Eingebungen führte. *5

Zumindest scheint klar zu sein, dass das Blut für die Mayas Sitz der Seele und Lebenskraft war. Aus ihrer Sicht stellte man sich die Seele selbst als Atemseele, also luft- oder rauchförmig vor. Das ist wohl der Grund, warum sie diese blutdurchtränkten Papierstreifen aufhoben, um sie anschließend zu verbrennen.

In Mesoamerika ist das Blut mit Symbolik belegt. So wird es in verschiedenen Quellen als magische, mysteriöse Flüssigkeit bezeichnet, deren Kräfte übernatürlichen Ursprungs seien.
"Jedes Individuum erhält bei seiner Geburt diesen lebensspendenden Saft aus der kosmischen Energie. Das Blut, Symbol für die Lebensenergie des Menschen, aber auch der Tiere und Pflanzen (z.B. wird das Harz, das Blut des Kopalbaumes, in manchen Riten anstelle von tierischem oder menschlichem Blut verwendet) (...)" *6

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Türsturz 25 (Quelle)


Im Türsturz 25 ist das Blutopfer bereits beendet und vor ihren Augen materialisiert sich nun eine riesenhafte doppelköpfige Visionsschlange, deren vorderer Kopf den Rachen für eine Gottheit oder einen Ahnherrn im Kriegsornat öffnet, um auszutreten.

Die nachfolgende Darstellung stammt aus einem anderen Tempel, zeigt aber unsere Visionsschlange, als Folge einer Einnahme von Halluzinogenen oder durch den starken Blutverlust durch Selbstkasteiung erschienen. Abgebildet ist Frau Wak Tun, auch eine der Gattinnen von Yaxun Balam, ebenfalls mit dem beschriebenen Korb, der die blutgetränkten Rindenpapierstreifen beherbergt.

Interessant ist, dass wir hier zusätzlich einen Rochenstachel am Rande des Korbes finden, wie er zur Durchbohrung von Körperteilen für die Selbstkasteiung verwendet wurde. Frau Xok wurde in unserem Türsturz 24 mit der Schnur durch die Zunge ziehend dargestellt, während Frau Wak Tun sie bereits über dem Korb links abgelegt hat. Sie trägt ihr Haar nach hinten gekämmt und mit blutbefleckten Papierstreifen zusammengebunden.

Ich habe mich gefragt, wie man zu dieser Feststellung kommen konnte, dass blutige Papierstreifen das Haar zieren und bemerkte, dass es die selben Muster sind, die die Streifen in Korb und Haar reliefartig schmücken.

In diesem Türsturz ist das Ritual offenbar beendet, Frau Wak Tun erblickt im weit aufgerissenen Maul der naturalistisch dargestellten Schlange den Kopf eines Vorfahren.

Die perlenbesetzten Voluten rings um den Unterleib der Schlange signalisieren nach N. Grube den Begriff muyal, (Wolke); und sie zeigen an, dass die Idee von der Schlage eine Vision ist bzw. dass die Vision am Himmel zwischen den Wolken auftaucht. Die Schlage entwächst ja auch einer Schale mit blutgetränkten Papierstreifen und ist somit Symbol für ihre Geburt aus dem Blut der Opfernden, Frau Wak.

In den Kartuschen ist auch die Rede von K`awil, dem Gott der königlichen Dynastien, gleichzeitig steht der Name für die Manifestation der Visionsschlange. Diese Doppeldeutigkeit ist auch auf vielen Keramikgefäßen dargestellt, die den Gott K`awil mit einem Bein zeigen, dass in den Leib einer Schlange übergeht.

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Türsturz 15; Tempel 21 in Yaxchilan, Chiapas, Mexiko, 770 n.Chr.; London Britisches Museum


___________________________________



*5 Ulrich Magin : "Der asiatische Schamane nimmt Pilze und andere halluzinogene Stoffe ein, um die Trancereise ins Totenreich anzutreten. Der Maya-König wählte einen anderen Weg. Er durchstieß Zunge oder Penis mit einem Rochenstachel und ließ sein Blut fließen. Der dieser Tortur folgende Schmerz führte zu Halluzinationen - in der Mayakunst symbolisiert durch die zweiköpfige Visionsschlange, aus deren Rachen die Ahnen blicken. Dadurch, dass er sein eigenes Blut vergoss, bis er halluzinierte, öffnete der König das Tor zur Unterwelt, er errichtete den Weltenbaum, der die Daseinsebenen verbindet. Man sah sogar den König als identisch mit der Weltachse an. Schele und Freidel nannten ihr Buch über die Geschichte der Maya-Fürsten "Ein Wald aus Königen" (S. 57).
(...)
Nachdem diese Tür zwischen den Dimensionen aufgestoßen war, übernahmen Dämonen, Götter oder Geister den Körper des Königs, er wurde "besessen". Der König kommunizierte in Ekstase mit der "anderen Welt", die andere Welt beriet ihn über die richtige Form seiner Entscheidungen. Während dieses Vorgangs wurden auch die natürlichen und von Menschen gemachten geographischen Fixierungen in der Landschaft "besessen" und luden sich erneut mit heiliger Energie auf.
Bei dem Blutritual wurde also quasi die Schöpfung der Welt durch die Götter nachvollzogen, sie wurde bestätigt und erneuert. Daher mussten diese Rituale auch verstärkt zu den kalendarischen Daten stattfinden, an denen man die zyklische Zerstörung der Welt erwartete; (S. 57).
(...)
Da sich bei jedem Ritual mehr heilige Kraft an einem Ort ansammelte, wurden die Tempel und Stelen mit jedem Opfer heiliger, kraftvoller.
Je öfter ein Ritual an einem bestimmten Platz vollzogen wurde, desto stärker wurde dieses "Energiefeld" (das man freilich nicht physikalisch sehen darf). Deshalb wurden Pyramiden immer wieder an den gleichen Orten gebaut, deshalb musste, wurde eine Pyramide aufgegeben, diese erst "getötet" werden, damit ihre Energie gebannt war (vgl. Schele und Freidel, Kapitel 4).
(...)
Die heilige Landschaft verlor immer mehr den Urzustand, aus dem Netzwerk natürlicher Kraftorte wurde eine komplexe Landschaft aus menschlichen und natürlichen Kraftorten. In dieses Gleichgewicht der Kraft konnte durch Rituale eingegriffen werden.
(...)
Da dieses Gleichgewicht der Landschaft auch von dem komplizierten Kalender geregelt wurde, der den richtigen Zeitpunkt für Heirat, Krieg und Thronbesteigung vorgab, war die Astrologie die am weitesten entwickelte Wissenschaft der Maya. Für die Maya erhielt sich die Welt nur, wenn ständig und zyklisch durch das Blutopfer die Schöpfung erneuert wurde. Manchmal musste es dabei zu Misserfolgen kommen. Trotz des Opfers vieler Gefangener wurde ein Krieg nicht gewonnen, trotz elender Schmerzen konnte der König die Visionsschlange nicht wachrufen, die Grenze zur jenseitigen Welt blieb geschlossen.
Die Maya schlossen daraus, dass die heilige Kraft aus ihrem König und aus ihrer Stadt gewichen war. Manchmal genügte es, den Tempel zu erneuern oder ein neues Haus zu bauen - aber manchmal wurden auch ganze große Stadtanlagen vollständig verlassen, eine Siedlung an einem neuen Ort errichtet. (Schele und Freidel, S. 61-62)
(...)
Spuren dieses Weltbilds findet man bei den heute noch lebenden Maya, in deren Welt der Dorfschamane und die von ihm vollzogenen magischen Handlungen die Rolle des Königs und des Blutopfers einnehmen.
Es ist allerdings zu vermuten, dass heutige Maya-Schamanen nicht die Rituale der Großstädte und Stadtstaaten überliefern, sondern die daran angelehnten Rituale der dörflichen Bevölkerung. Schele und Freidel (S. 60) haben bemerkt, dass Dorfschamanen in Yucatan noch heute den Weltenbaum mit Baumsamen und Maiskolben an magischen Orten wie Berghöhlen "pflanzen".
(Magin zitiert: Die unbekannte Welt der Maya; Schele, Linda und Freidel, David, Augsburg, Weltbild 1994)

*6 Das Blut der Maya - Speise für die Götter, Carolyn Zeck, 2005


Maya-Götter

Literaturempfehlungen

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Samstag, 1. März 2008

Blutopfer III (Penisblut)

[Diese Betrachtung entwickelt ähnlich eigenwillig Lawinencharakter, wie die Beschäftigung mit dem Nightmare- Abtastung des Verborgenen. Vor aktuellem persönlichen Hintergrund- einer Bluttransfusion meines Sohnes und dem Auffinden meiner alten Zeichnungen für eine Broschüre für den Kunstunterricht - wuchs das Interesse an der Thematik. Aus einer ursprünglich nur beiläufigen Beschreibungsabsicht für mein Eingangsbild entwickeln sich nun einige vernetzte Gedanken. (siehe auch unter Anmerkungen unten) Wohin diese Reise letztendlich führt, ist noch nicht gewiss...]

Blutopfer II

3. Der Hieroglyphentext *2

Im Punkt 1 wurde die Übersetzung der Hieroglyphen bereits vorgestellt.

Verwunderlich ist, dass er (König von Yaxchilan) sich das Blut (siehe 2, 3) vor dem Fackelstab abzapfen soll.
Diese Handlung ist hier allerdings nicht dargestellt, aber die Forscher gehen davon aus, dass Itzam Balam in einem nächsten Ritualschritt selbst Hand an sich anlegt. Typisch wäre, dass er sich Blut aus Zunge oder Penis abzapft.

Die Fackel wäre eigentlich ein untypisches Symbol für diesen Zusammenhang, muss demzufolge hier bedeutsam gewesen sein. (siehe auch 3.)

Die Aussage, dass sich der König Blut abnehme, wiederholt sich und es schließt sich nach der Namenshieroglyphe der Titel u chanul ah nik (Bewacher von Ah Nik) an, sowie Göttlicher Ahaw von Yaxchilan.

In den Hieroglyphen 9- 12 wird Frau Xok als Blutopfernde erwähnt und eine Namensphrase, in der sie den Chakte-Titel trägt.

Die letzten vier Zeichen, 13 - 16, sind die Signatur des Bildhauers Ah Chakil Ahol. Eine ursprüngliche These, dass alle drei Türstürze vom selben Bildhazer stammen, wurde verworfen. Man vermutet, dass hier drei Mayas am Werk waren, allerdings von gleicher Meisterschaft und unter der Aufsicht von Ah Chakil Ahol arbeitend.

4. Opferung des Penisblutes
4. 1. König von Yaxchilan, Itzam Balam im Ritual


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Detail von Türsturz 24, Tempel 23


Der Ehemann von Frau Xok, Itzam Balam, steht vor ihr, eine kunstvoll dargestellte, flammenwerfende, Fackel in beiden Händen schräg hinter ihren Kopf haltend. Dies deutet darauf hin, dass die Szene entweder in einem abgedunkelten Raum oder in der Nacht stattfand.
Seine Kleidung besteht aus einem mehrfach gewickelten Lendenschurz und einem kostbar gewebten Cape über Schulter und Rücken.
Den Hals schmückt eine Kette aus dicken Jadeperlen, mit einer Jademaske in Form des Sonnengottes K`inich Ahaw.

Perlenschnüre zieren seine Beine unterhalb des Knies.
Beschuht ist der König mit Sandalen aus Jaguarfell, die über dem Fuß festgeknot wurden.
Sein langes Haar ist nach hinten gekämmt und zu einem Knoten aufgesteckt.
Auf der Stirn von Itzam Balam sieht man die Trophäe eines geopferten Gefangenen. *3

4. 2. Penisblutopfer bei den Maya

Oben war die Rede davon, dass ein Teil der Inschrift auch von einem Blutopfer des Königs berichtet. Da diese hier nicht visualisiert wurde, interessiert es mich besonders, genauere Informationen darüber zu erhalten. Und das muss man sich einmal vorstellen- die empfindlichste Körperregion des Mannes wird perforiert, um Blut zu opfern!

"Die Penisperforation ist neben Abbildungen von Inschriften, Vasen, und Keramikfiguren auch von kolonialzeitlichen Augenzeugenberichten belegt.
Eine besonders naturalistische Wiedergabe des Rituals liefert eine Keramik des Spätklassikums (Schele u. Miller 1986: 192 u. 203), deren Erscheinungsbild sich mit der Aussage des Fray Delgado aus dem 17. Jahrhundert weitgehend deckt, die er über die Beobachtung einer Opfermethode bei den Manche-Chol-Maya gemacht hat (Schele u. Miller 1986: 180):

"In Vicente Pach’s ranch I saw the sacrifice. They took a chisel and wooden mallet, placed the one who had to sacrifice himself on a smooth stone slab, took out his penis, and cut it in three parts two finger breadth [up], the largest in the center, [...]. The one who was undergoing the operation did not seem to suffer, and did not lose a drop of blood."

(Quelle)

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Figürliche Darstellung einer Penisperforation


S. Gronemeyer (Anmerkung: s.u.) hat dazu eine Menge zusammengetragen, von dem wir hier profitieren können.
Die nachfolgende Keramikfigurine zeigt ebenfalls einen Adligen im Schneidersitz, der dieses Ritual gerade ausgeführt hat. Seinen Penis liegt bereits auf einem Stapel blauen Papieres, denn hat und gerade die Perforation durchgeführt.
Oben sprachen wir von Rindenpapier, dass zum Auffangen des Blutes diente. Im Maya-Gebiet wurde dieses Papier aus der Rinde des Feigenbaumes hergestellt (Ficus cotinifolia, yuk.: kopo).

Die Figurine zeigt, entgegen der Aussage des Fray Delgado, jedoch eher eine Perforation der Glans penis, oder, was noch wahrscheinlicher erscheint, des Orificium praeputii, da die Glans penis doch recht widerstandsfähig und äußerst sensibel ist. Auch hier kann eine schnelle Handlung vermutet werden, um den Schmerz für den Teilnehmer so gering wie möglich zu halten.
(Quelle)

Gronemeyer zitiert Landa, demzufolge durch den seitlich perforierten Penis auch Schnüre hindurch gezogen werden. Dieses schmerzvolle Ritual gipfelte Berichten zufolge in einem Tanz, den mehrere Ritusteilnehmer, die durch eine durch die Wunde gezogene lange Schnur verkettet waren, auf diese Weise zusammen aufführten (Landa 1990: 64 f.).

Eine Variation wäre, dass neben Schnüren auch Papierstreifen durch die Wunde gezogen oder um den Penis herum gewickelt wurden- zu betrachten an dieser Keramik:

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Penisperforation auf einer polychromen Vase


Wie wirkt sich ein derartiges, wiederholt praktiziertes Ritual auf die Gesundheit der Selbstopfer aus?

Kolonialzeitliche Augenzeugenberichte berichten, daß die Opfernden keinerlei Schmerzempfinden zeigten, was auch in Abbildungen der Prozedur zu sehen ist. Ebenso wird davon berichtet, daß bei der Perforation kein Tropfen Blut aus der Wunde austrat (Schele u. Miller 1986: 180; Tozzer 1941: 114).

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Anatomie des Penis - Querschnitt (Quelle)


Auch hier bestand wie oben bereits erwähnt die Gefahr von Infektionen. Sollte die Perforation nur am Orificium praeputii stattgefunden haben, so traten keine weiteren Nebenwirkungen auf.
Bei einer Durchbohrung der Glans penis bestand zusätzlich die Gefahr einer Verletzung der Urethra, so daß es zu Schmerzen beim Wasserlassen kommen konnte, wenn Harn in die Wunde eintrat.
Ferner konnte durch eine Verengung der Urethra, sollte die Wunde vernarben, das Urinieren weiter erschwert werden. Im schlimmsten Fall, nämlich einer völligen Schließung des Harnleiters, würde das Wasserlassen unmöglich und die betreffende Person würde an Nierenversagen sterben. Bei Verletzungen der Schwellkörper und der sie umgebenden Tunica albuginea wären Störungen der Erektionsfähigkeit die Folge, die allerdings nur temporär wären.
(Quelle)

Wie erklärt sich der Fakt, dass sich die Adeligen selbst einer derart schmerzhaften, gefährlichen Prozedur unterzogen und nicht Untergebene dazu einsetzten?

Auch hier fasst S. Gronemeyer zusammen:

Was für das gemeine Volk ganz allgemein galt, galt für den ahaw, den Herrscher oder König, ganz besonders: Er stand im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, er war der Garant für die Sicherheit des Volkes. Und so gab er als Zeichen seiner Frömmigkeit bei jedem wichtigen Anlaß ein Blutopfer. Bei Geburten, Heiraten, Todesfällen, Inthronisation, Gebäudeweihen, Kalenderfesten – die Liste ließe sich noch beliebig verlängern – wurde zur Weihe Blut gespendet um die Götter in Anwesenheit zu rufen (Schele u. Miller 1986: 176) und die Welt in Bewegung zu halten.

Daraus sollte man aber nicht folgern, daß der ahaw grundsätzlich über gesteigerte Fähigkeiten der Tranceerzeugung, wie sie weiter oben beschrieben wurden, verfügte. Schließlich ging die Herrschaftsfolge im allgemeinen nach der Primogeniturordnung und nicht nach den Fähigkeiten in der Tranceerzeugung auf den nächsten über.
Die Fähigkeiten lassen sich aber in einem gewissen Rahmen trainieren, und daß das Erlangen von Visionen der vielleicht wichtigste Bestandteil im Ritus war, läßt sich auch daran zeigen, daß eine Ereignisglyphe im Rahmen des Blutopfers, die sog. „Hand mit Fisch“-Glyphe (T714), als („beschwören“) gelesen wird.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, ob das Blutopfer nur als erfolgreich angesehen wurde, wenn dem Teilnehmer eine Vision zuteil wurde, oder ob allein schon der Akt des Blutvergießens nur zur Ernährung der Götter ausreichte.
(Quelle)

In der Relación de las cosas de Yucatán werden wir mit weiteren, unglaublichen Einzelheiten konfrontiert: man berichtet, daß beide Geschlechter sich runde Teile aus den Ohrläppchen schnitten. Männer würden sich gelegentlich die Vorhaut ihres Penis abreißen, was den Chronisten Gonzalo Fernández de Oviedo (nach S. Gronemeyer) dazu veranlaßte, zu glauben, daß bei den Maya die Beschneidung üblich sei (Landa 1990: 64).

4. 3. Auffangen des Penisblutes und Methoden des Erlangens der Visionsfähigkeit (im Blutopferritual)

Im letzten Kapitel 5 wird noch auf die Visionsschlange zurückzukommen sein.
Es fragt sich, was genau Trance und Vision beförderte- nur der mit dem Blutopfer eingehende Blutverlust und die Schmerzen?

Um diese zu erwartenden Schmerzen auszuhalten, um die Visionsfähigkeit, den Trance zu befördern, gab es vorbereitenden Handlungen (wie Dampfbäder; Fasten, Abstinenz), die auch das Bewußtsein verändernde Zustände während der eigentlichen Kulthandlung mit gefördert haben. Außerdem beförderte der rituelle Tanz in die gewünschten Zustände.

Es ist nicht auszuschließen, dass diese prächtigen Gewänder (ein vollständiges Ornat) beim rituellen Tanz den Erschöpfungszustand begünstigt haben, sicher auch aufgrund des schweren Kopfputzes oder wegen der hitzestauenden Wirkung einzelner Kleidungsstücke.

Am Penis wurden lange Papierbögen befestigt, die sich während eines wirbelnden Tanzes mit Blut sättigten. Das durch den Tanz, wie Linda Schele und Mary E. Miller schreiben, das Blut infolge der Zentrifugalkraft in diese Bögen gepreßt wurde (Schele u. Miller 1986: 181, 193 u. 204 f.) erscheint mir aber aufgrund der geringen Rate, mit der die betreffenden Personen sich drehten, unwahrscheinlich.

Da es sich um Papierbögen handelte, kann man als Erklärung am besten die Saugwirkung infolge der Kapillarkraft suchen. Insgesamt kann man sich den Ablauf vielleicht so vorstellen, daß der ahaw nach Vollzug des Opfers im Tempelinnern auf die Tempelplattform heraustrat, während unten auf der Plaza der übrige Adel und das Volk, ebenfalls mit Papierkleidung kostümiert, gleichermaßen Blut opferten und tanzten.

Musikanten spielten auf Flöten, Rasseln, Trommeln und Trompeten aus Holz oder großen Schneckenhäusern, dazu wirbelten Tänzer über den Platz. Dann schloß der ahaw sich dem Treiben an und verrichtete oben auf der Tempelplattform seine Aufführung.

Wie Schele und Miller richtig vermuteten (Schele u. Miller 1986: 178), können bei derartigen Zusammenkünften Fälle von kollektiver Trance oder Massenhysterie auftreten. Inwieweit exzessives Tanzen auf die Psyche einwirkt, kann man auch sehr leicht in unserer Techno-Kultur beobachten.
(...)
Die in Discos gerne verwendeten Lichtorgeln und Stroboskopblitze könnten damals durchaus ihr Pendant in den bunt geschmückten Ritusteilnehmern gehabt haben. Entscheidend ist das, was von Medizinern als „Reizüberflutung“ bezeichnet wird, die Menschen „ertrinken“ geradezu in dem ungewöhnlich starken sensorischen Input. Welche Mechanismen im Gehirn genau wirken, konnte die Forschung noch nicht hinreichend erklären.
(Quelle)

Mich bringt der Lichtorgel-Vergleich auf die Idee, dass diese ungewöhnliche Fackelsymbolik auf unserem Türsturz vielleicht auch ähnlich eingesetzt wurde: als optischer Reiz. Durch die geschwungenen Fackeln während des rituellen Tanzes wurde von Schmerzen und Erschöpfung abgelenkt, Halluzinationen, Visionen begünstigt.

4. 4. Gott der Selbstkasteiung

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Junger Todesgott, wahrsch. Uac Mitun Ahau


In der Götterwelt der Maya gibt es einen Gott der Selbstkasteiung, von Schellhas (einer der Fachleute, die an der Entschlüsselung der Codices arbeiteten) als Gott A`bezeichnet. Er scheint dem alten Todesgott nahe verwandt zu sein. (Man konnte seinen ursprünglichen Namen bis dato noch nicht entschlüsseln.)

Auf vielen Keramiken ist er zu finden, 10 mal auch in den Codices *4 und immer in Verbindung mit der Selbstkasteiung. Man zeigte ihn entweder wie er sich gerade Blut aus Zunge oder Penis abnimmt oder wie er sich selbst enthauptet.

Sein klassischer Unterwelts-Schmuck - bestehend aus einer Halskette mit Menschenaugen und ein Umhang mit Knochensymbolen zeigt ihn als rundum negativen Gott, so Heike Owusu (in: Symbole der Inka, Maya & Azteken, Schirner Verlag, Darmstadt 2000, S. 153).

Am aufgemalten Acab-Zeichen für Nacht/ Dunkelheit auf der Stirn ist er ebenfalls zu erkennen. Er gehört zur jungen Unterweltgottenheitengeneration, was wiederum durch Figur, Kleidung und Gesichtsform dargestellt wird.

Derzeit nimmt man an, dass es Uac Mitun Ahau ist, ein Gott der sechsten Unterwelt, dem die westliche Himmelsrichtung beigeordnet wurde. Man belegt diese These dadurch, dass es in den negativ belegten Cauac-Jahren zu unmäßigen Selbstkasteiungen kam.

Eine andere Quelle geht davon aus, dass Ah ouh puc oder Ah puch ein Dämon der Maya gewesen ist, der gemeinhin als Skelett mit Krokodilrücken dargestellt wurde. Als Dämon der Zerstörung galt er unter dem Namen Uac mitun ahau auch als „Herr der sechs Höllen“. Sein Begleiter waren Hund und Moan-Vogel, ein mythischer Wolkendämon.
(Quelle)

In den Schriften wird dieser Gott A`als Herrscher der Cauac-Jahren genannt. In seiner Hieroglyphe ist ein Porträt mit dem Wangensymbol für Tod zu sehen, ein Kopfputz stilisiert seine Stirn.

Image Hosted by ImageShack.usHieroglyphe für Gott A`, o.g. junger Todesgott, Herrscher der Cauac-Jahren


Es folgt:

5. Das Blutopfer-Ritual II

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*2 Die Mayaschrift , die ohne erläuternde Illustrationen auskam, entwickelte sich erst um etwa 400 n. Chr. (siehe Sven Frotscher in 5000 Zeichen und Symbole der Welt, Hauptverlag, Bern 2006, S. 189)

*3 Menschenopfer waren in der Religion der Mayas durchaus üblich. Man opferte nicht nur Gefangene, sondern auch Mitglieder der eigenen Gruppe, selbst aus der Oberschicht. Die genauen Umstände werden gegenwärtig noch erforscht.

*4 Maya-Codices sind Bilderhandschriften, in denen Informationen über das Leben der Maya, über Mathematik, Ritual- und Deutungskalender, astronomische Berechnungen usw. festgehalten wurden.
Der Zerstörungen aller „heidnischen“ Objekte (vor allem durch Diego de Landa im Jahr 1562) während der Zeit der Conquistadoren geschuldet, existieren heute nur noch vier dieser Codices (zur Unterscheidung nach ihrem späteren Aufbewahrungsort in Europa und den USA benannt):

* Madrider Codex (auch Codex Tro-Cortesianus)
* Dresdner Codex (auch Codex Dresdensis)
* Pariser Codex (auch Peresianus Codex)
* Grolier Codex (nur noch als Fragment erhalten)



Anmerkungen: Sven Gronemeyer von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn/ Seminar für Völkerkunde schrieb einen aufschlussreichen, interdisziplinären Aufsatz, der hier als Grundlage für die Beschreibung des einzigartigen Blutopfers diente:
Tranceerzeugung in den Selbstkasteiungsriten der Maya-
Medizinische Grundlagen und Auswirkungen
, Halver, im Herbst 1999.

Aus dem überaus interessanten Inhaltsverzeichnis:

HALLUZINATION VISION ODER TRANCE?

Organische Grundlagen

RELIGIONSETHNOLOGISCHE GRÜNDE UND ANLÄSSE

SELBSTVERSTÜMMELUNG FÜR DAS BLUTOPFER

Die Instrumente

DIE PERFORATIONSVERFAHREN

Die Anatomie der Zunge
Die Zungenperforation
Die Anatomie des Penis
Die Penisperforation
Die Perforation anderer Körperteile
Die Perforation als Auslöser halluzinogener Effekte?

DER RITUELLE TANZ

DAS OPFERFEUER

DER EINFLUSS VON DROGEN

Der Gebrauch des Tabak
Weitere pflanzliche Drogen
Der Gebrauch giftiger Kröten

Gerade die Krötensymbolik beschäftigt mich momentan in einem anderen Zusammenhang und an anderer Stelle. Und es wäre interessant, auch hier einmal kulturgeschichtliche Vergleiche anzustellen:

Der Gebrauch giftiger Kröten (Exzerpt nach S. Gronemeyer)

1. Bufo marinus= Aga- oder Riesenkröte (etwa 20 cm groß) Kröte wurde als Bote der Regengötter angesehen

2. ein Absudus aus ihrem Hautsekret wurde hergestellt; es enthält Bufotenine, die blutdrucksteigernd wirken und gefährliche Einflüsse auf das cardiovasculäre und Zentralnervensystem haben, und deshalb nur in geringen Dosen genommen werden können.

3. das Sekret wurde pur konsumiert oder dem Balche-Trunk für die Jaguarpriester hinzugegeben.

4. es entfaltet halluzinogene Wirkungen ("Chemisch verwandt sind die Bufotenine mit den polyzyklischen Mutterkorn-Alkaloiden, aus deren Hauptalkaloid, der Lysergsäure, auch LSD synthetisiert wird. Bufotenin läßt sich noch in den Samen von Anadenanthera perigrina und dem cohoba-Schnupfmittel der Westindischen Inseln nachweisen (Dobkin de Rios 1984: 120).")

5. sein Gebrauch ist momentan in der Klassik nicht nachweisbar, wird dennoch vermutet

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Freitag, 29. Februar 2008

Blutopfer II (Zungenblut)

Für meinen Sohn und den Spender von J.

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Illustration zum Türsturz 24, Tempel 23, Yaxchilan ("Ort der grünen Steine"), Chiapas, Mexiko (im Kunstheft Relief & Religionen, 1994/95); Mayakultur der Spätklassik, 726 n.Chr.; B.F.


Blutopfer I

1. Das Blutopfer-Ritual I

Man kann diese rituelle Darstellung wahrscheinlich besser verstehen, wenn man sich mit der Gesamtdarstellung beschäftigt.
Erst durch ein strenges Initiationsritual anlässlich der Thronbesteigung erwarben die Herrscher ihre eigene Vergöttlichung, also nicht einfach mit ihrer Geburt. Während der Dauer ihrer Regierungszeit behielten sie dies durch ständige asketische Praktiken bei. Insbesondere das Selbstopfer der Blutentnahme war für die Herrscher wesentlich. Diesem Grund sind viele Darstellungen aus der klassischen Periode der Mayakultur (300 bis 900 n. Chr.) verpflichtet.
Auf unserem Türsturz (Nr. 24) eines Tempels in Yaxchilán, bringt die luxuriös gekleidete Frau Xok gerade ihr Blutopfer dar.

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Details aus Türsturz 24


1 5 Eb 15 Mak
2, 3 er opfert Blut
4 vor dem Fackelstab
5 K`atun Ahaw
6 Itzam Balam, der Bewacher von
7 Ah Nik
8 Göttlicher Ahaw von Yaxchilan
9 sie opfert Blut
10-11 Frau Xok
12 Frau Chak-Te
13 es wird eingeweiht
14 die Skulptur von
15 Ah Chakil
16 Ahol

2. Frau Xok beim Blutopfer

Die edle Dame, Frau Xok („Haifisch“), war, wie oben erwähnt, die Gemahlin des damaligen Fürsten Itzam Balam („Schild-Jaguar").

Etwas genauer informiert uns eine Inschrift im Türsturz Nr. 23.
Frau Xok war also nicht die einzige Gemahlin und v.a. nicht die Mutter des Trohnfolgers (eine andere Frau aus der großen und einflußreichen Stadt Site Q war die Mutter von Yaxun Balam).
Schele und Freidel *1 vermuten, dass es zu Konflikten zwischen den Familien dieser beiden Frauen gekommen sein muss. Die ortsansässige Familie von Frau Xok hätte den Thronfolger lieber aus den eigenen Reihen kommen gesehen.
Unseren Tempel Nr. 23 könnte als ein Tribut Itzam Balams betrachtet werden, der diese mächtige Familie versöhnlich stimmen wollte, die auch auf politischen Einfluss für Frau Xok aus war.

Die dargestellte Opferszene fand vor den beiden Szenen auf den Stürstürzen 23 und 25 am Tag 5 Eb 15 Mak 9.13.17.15.12, (28. Oktober 709 n. Chr.) statt.

Wir sehen Frau Xok in einem kostbaren Umhang auf dem Boden kniend. Sie ist im Begriff sich eine dornenbewehrte Schnur durch die Zunge zu ziehend.. Die Punktreihen um ihre Lippen deuten das aus der verletzten Zunge spritzende Blut an.
Im geflochtenen Korb liegen blutbefleckte Papierstreifen- getränkt mit dem Blut der Schnur, die dort hineinfällt.

Diese Papierstreifen wurden in einem speziellen Ritual, zusammen mit Weihrauch verbrannt.

Die Bedeutsamkeit dieses Rituals liest sich auch aus der eleganten, kostbaren Kostümierung der hohen Frau ab, denn ein gewebter Huipil ziert sie (ein heute noch im Hochland von Chiapas von Tzotzil -Webern für rituelle Zwecke hergestelltes Gewand). Kenner der Web- und Textilkunst stellten an diesem Reliefdetail die hohe Meisterschaft der alten Mayas fest.

Ein Cape aus dünnen Plättchen, vielleicht aus Jade oder Muscheln, ziert die Dame über dem Huipil. Es liegt nahe, dass auch der Armschmuck aus diesem Material gefertigt wurde.

Durch die Ohren steckte sie den typischen Ohrpflock in Form einer Blüte, aus der sich eine abstrahierte Schlange anstelle des Stempels windet. Der Pflock wird hinter dem Ohr mit einer kleinen Maske befestigt.

Der überaus reiche Kopfschmuck von Frau Xok ragt aus einem turbanartig gebundenen Unterteil heraus und wird von einer Tlaloc -Maske verziert. Auch die stabförmige Konstruktion dahinter (von den Experten als mexikanisches Jahreszeichen bezeichnet) gehört in den großen Symbolkomplex, den die Maya mit Krieg und Blutopfer assoziieren.

Es folgen:

3. Der Hieroglyphentext

4. König von Yaxchilan, Itzam Balam im Ritual

5. Das Blutopfer-Ritual II


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*1 Schele und Freidel zitiert in: Die Welt der Maya. Archäologische Schätze aus drei Jahrtausenden (Katalog zur Ausstellung im Roemer- u. Pelizaeus-Museum. Hrsg. unter Mitarbeit von Elke Wagner), Mainz, Philipp von Zabern, (1992) (EGGEBRECHT, EVA / EGGEBRECHT, ARNE / GRUBE, NIKOLAI) (HRSG.); S. 417


Blutopfer III

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Sonntag, 24. Februar 2008

Blutopfer

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Illustration zum Türsturz 24, Tempel 23, Yaxchilan ("Ort der grünen Steine"), Chiapas, Mexiko (im Kunstheft Relief & Religionen, 1994/95); Mayakultur der Spätklassik, 726 n.Chr.; B.F.


Ich konnte dieses meisterhafte Relief der Mayakultur, welches ungewöhnlich tief eingeschnitten ist und sich in sehr gut erhaltenem Zustand befindend, im Britischen Museum in London betrachten und später nachzeichnen.

Es besteht aus Kalkstein. (Maße: 110,5 x 80,6 x 10,1 cm)

Alfred Maudslay (1850-1931; Wissenschaftler und Fotograf, Reisender und Diplomat, Archäologe, Botaniker und Schriftsteller) sandte es als eines der ersten Stücke von einer Forschungsexpedition nach Yaxchilan 1882 nach London.

Der Wissenschaftler war einer derjenigen, der die meisten Stelen und Türsturze in den alten Mayaruinen entdeckte. Über den Fakt dieses britischen Kulturguttransfers soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden.

Mir geht es hier um die Geschichte, die hinter diesen Dingen verborgen ist.

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Alfred Percival Maudslay in Chichen Itza, 1889
(in: Maudslay's Biologia Centrali-Americana, 1902)


Das Relief wirkt im Original fast vollplastisch. Es war usprünglich zusammen mit zwei weiteren über den drei Eingangstüren von Tempel 23 angebracht.

Die Inschriften erklären, dass der Tempel am 26. Juni 726 n. Chr. für Frau Xok, einer Gattin des Fürsten Itzam Balam von Yaxchilan eingeweiht wurde.

Alle drei Reliefs zeigen diese Frau Xok, in Aktion, im Zusammenhang mit einem Blutopferritual. Es ist bemerkenswert, dass der Fürst nur dieser einen Ehegattin einen eigenen Tempel baute. Es soll eine Art politisches Bestechungsgeschenk der ortsansässigen Familie von Frau Xox (lokale Herrscherdynastie) gewesen sein. (so Dr. Nikolay Grube in Die Welt der Maya, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1992)

Frau Xok war ev. die entfernte Cousine von Itzam Balam...

Fortsetzung
 

Donnerstag, 22. November 2007

Getreten

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Getreten, Acryl, 11/ 2007
 

Samstag, 8. September 2007

Eingefroren

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Holzschnittprobedruck, 1989
 

Sonntag, 27. Mai 2007

Damit sie endlich ihre verdammte Klappe hält

... alles rauslassen! (1996/ 2007), Aquarell/ Kreide
Image Hosted by ImageShack.usAn alle unverschämten Mütter und Schwiegermütter
 

Montag, 14. Mai 2007

Musik (Versammlungskritzelei, 1997 ?)

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tja - 19. Jun, 06:59

Meine Kommentare

weitere arbeiten
des künstlers auch hier: http://paintaliciou s.org/2007/09/14/ron-mueck -hyper-realist-sculptor/
experimentisten - 30. Jun, 13:42
daß sie ihm die...
daß sie ihm die Chance gab, wie früher zu...
FranzSchiel - 14. Jun, 10:57
ganz herzlichen dank
tut gut. ja, das hätte ich auch nicht gedacht,...
mehrschichtig - 8. Jun, 15:03
lol
das finde ich ja süß ;) jede will den froschmann......
anudem - 7. Jun, 07:08
wo denn?
ich find ihn schön. so stell ich mir den kleinen...
anudem - 6. Jun, 17:38
rotes haar
ja, rotes haar ist ein interessantes motiv in den künsten...
albannikolaiherbst - 4. Jun, 13:11
danke für die blumen
ich finde es schön, wenn sich leute zusammen finden,...
albannikolaiherbst - 4. Jun, 13:06
fortsetzung
danke für die grüße und ich bin gespannt...
albannikolaiherbst - 30. Mai, 10:34

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