Kunst & Literatur- Diskurse

Dienstag, 12. Februar 2008

Sammeln als Vorbedingung höchster Bildung

"Sammeln gehört zu den unerlässlichen Vorbedingungen der höchsten Bildung, denn es weckt und entwickelt Kräfte der Seele und des Geistes, die sonst ruhen, es gewährt Fühlung mit dem geheimnisvollen Wesen der Wissenschaft und der Kunst und Einblick in ihre Werkstatt, es öffnet einen Weg zu den Dingen und in die Dinge hinein, und es erfüllt mit einem ruhigen, alles durchdringenden und erwärmenden Glücksgefühl, das sonst nur der Forscher und Künstler kennt...

Über sich selbst hinaus wirkend hat sich der Sammler als den unentbehrlichen Untergrund alles künstlerischen Schaffens bewiesen, und als Anregungszentrum seines Lebenskreises hilft er die Kraft des Künstlers, die sich in tausend Kultur- und Wirtschaftswerte umsetzt, auf das Volk überleiten."

Alfred Lichtwark

- Kunsthistoriker, Museumsleiter und Kunstpädagoge in Hamburg
- gehört zu den Begründern der Museumspädagogik und der Kunsterziehungsbewegung
- „Wir wollen nicht ein Museum, das dasteht und wartet, sondern ein Institut, das thätig in die künstlerische Erziehung unserer Bevölkerung eingreift.“
- erwarb ab 1886 als erster Direktor (bis zum _Tode 1914) der Hamburger Kunsthalle, z.B. Werke der deutschen Romantik (Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge) und zeitgenössischer Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts (wie Pierre Bonnard, Lovis Corinth, Wilhelm Leibl, Adolph Menzel, und Edouard Vuillard)
 

Freitag, 1. Februar 2008

Georg Simeon (Krimiautor) über Kunst

"Etwas wahrer machen,
als es von der Natur aus ist:
das ist die ganze Kunst."
 

Montag, 28. Januar 2008

Novalis zur Rezeption

"Der wahre Leser muss der erweiterte Autor sein."
 

Donnerstag, 20. September 2007

Aus der Seele der Künstler und Schriftsteller- Aug- und Ohrgeschichten (3)



5. Friedrich Nietzsche: "Menschliches, Allzumenschliches I/ IV. Aus der Seele der Künstler und Schriftsteller", 181-223

Das Leise wird flach

"Die Entsinnlichung der höheren Kunst/ 217.

Die Entsinnlichung der höheren Kunst. — Unsere Ohren sind, vermöge der außerordentlichen Übung des Intellekts durch die Kunstentwicklung der neuen Musik, immer intellektualer geworden. Deshalb ertragen wir jetzt viel größere Tonstärke, viel mehr "Lärm", weil wir viel besser eingeübt sind, auf die Vernunft in ihm hin zu horchen, als unsere Vorfahren.

Tatsächlich sind nun alle unsere Sinne eben dadurch, dass sie sogleich nach der Vernunft, also nach dem "es bedeutet" und nicht mehr nach dem "es ist" fragen, etwas abgestumpft worden: wie sich eine solche Abstumpfung zum Beispiel in der unbedingten Herrschaft der Temperatur der Töne verrät; denn jetzt gehören Ohren, welche die feineren Unterscheidungen, zum Beispiel zwischen cis und des, noch machen, zu den Ausnahmen.

In dieser Hinsicht ist unser Ohr vergröbert worden. Sodann ist die hässliche, den Sinnen ursprünglich feindselige Seite der Welt für die Musik erobert worden; ihr Machtbereich, namentlich zum Ausdruck des Erhabenen, Furchtbaren, Geheimnisvollen, hat sich damit erstaunlich erweitert; unsere Musik bringt jetzt Dinge zum Reden, welche früher keine Zunge hatten.

In ähnlicher Weise haben einige Maler das Auge intellektualer gemacht und sind weit über Das hinausgegangen, was man früher Farben- und Formenfreude nannte. Auch hier ist die ursprünglich als hässlich geltende Seite der Welt vom künstlerischen Verstande erobert worden. — Was ist von alledem die Konsequenz?

Je gedankenfähiger Auge und Ohr werden, um so mehr kommen sie an die Grenze, wo sie unsinnlich werden: die Freude wird in's Gehirn verlegt, die Sinnesorgane selbst werden stumpf und schwach, das Symbolische tritt immer mehr an Stelle des Seienden, — und so gelangen wir auf diesem Wege so sicher zur Barbarei, wie auf irgend einem anderen.

Einstweilen heißt es noch: die Welt ist hässlicher als je, aber sie bedeutet eine schönere Welt als je gewesen. Aber je mehr der Ambraduft der Bedeutung sich zerstreut und verflüchtigt, um so seltener werden Die, welche ihn noch wahrnehmen: und die Übrigen bleiben endlich bei dem Hässlichen stehen und suchen es direkt zu genießen, was ihnen aber immer misslingen muss.

So gibt es in Deutschland eine doppelte Strömung der musikalischen Entwicklung: hier eine Schaar von Zehntausend mit immer höheren, zarteren Ansprüchen und immer mehr nach dem "es bedeutet" hinhörend, und dort die ungeheuere Überzahl, welche alljährlich immer unfähiger wird, das Bedeutende auch in der Form der sinnlichen Hässlichkeit zu verstehen und deshalb nach dem an sich Hässlichen und Ekelhaften, das heißt dem niedrig Sinnlichen, in der Musik mit immer mehr Behagen greifen lernt."

Quelle

Ohrgeschichten (2)
Ohrgeschichten (1)
"Da schloß ich meine Augen und ließ es in mir singen." (ANH)

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Montag, 20. August 2007

Kunst- Medien- bessere Journalisten

Über die Aufgabe von Kunst und Medien, die Beschreibung von Welt, geht es heute u.a. bei Markus Hediger.

Ich denke, die reine Information an sich gibt es gar nicht. Alle menschlichen Äußerungen sind subjektiv gefärbt. Es wäre wichtig, Menschen mit verschiedenen Hintergründen in eine Berichterstattung zu involvieren, damit sich ein Bild runden kann, damit wir vielschichtiger informiert werden.
 

Dienstag, 14. August 2007

fazit einzigartigkeit (kunst und kommunikation)

verallgemeinerungen und vergleiche sind dazu da, eine unbekannte sache fassbarer zu machen.
einem künstler gegenüber ausgesprochen, bedeuten sie, an seiner einzigartigkeit herumzusägen.
jede art von kunst ist kommunikation. über kunst zu reden bedeutet über einzigartige kommunikationsformen zu reden.
wenn das ziel nicht darin besteht, jemandem seine erfahrungen aufzuzwingen, sondern gegenüber zu stellen, bleibt eine kommunikation in gang.
es gibt keinen menschen, der nicht einzigartig sein möchte. man möchte wegen seiner individualität gemocht werden. das geht nicht nur künstlern so.
kommunikation stirbt unter anderem auch ab, wenn eine seite ihrer einzigartigkeit beraubt wird. es ist ebenfalls eine große kunst, die einzigartigkeit eines menschen zu erkennen und zu würdigen sowie befördern zu können.

angrenzende diskussion dazu hier bei
Markus Hediger


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Freitag, 27. Juli 2007

Wenn die Sprache sich um sich selbst dreht...

...und die Welt eine Linie ist- dies und anderes zum Thema Kunstverständnis/ Position des Künstlers/ Über/Leben mit Kunst liest man heute neben der Frage, ob es sich denn nicht gehöre, den Schriftstellern die Finger abzuhacken, bei Markus Hediger.

Angrenzende Themen:
Kommunikation
Wahrnehmung

.
 

Dienstag, 17. Juli 2007

Mit welchen Maßstäben an ein Werk herantreten?

... darüber und nebenbei auch noch einmal über die mich selbst interessierenden Themen Acheron, Skizze, Herangehensweise an literarische Texte wird hier momentan weiter diskutiert.
Markus scheint meiner Meinung sehr nahe zu kommen.

Nach wie vor, erkenne ich keine Schlacke im Acheron.

Und ich knüpfe da an, wo ich im April in diesem Blog schrieb:

Ganzheitliche Wahrnehmung- gibt es meines Erachtens gar nicht. Wir nehmen immer selektiv wahr und das in Abhängigkeit von unserer Gemütsverfassung.

Das, was mir ins Auge springt, stellte unterbewusst Verbindungen zu dem her, was mich gerade bewegt (bzw. in der Vergangenheit bewegt hat). Ich suche vielleicht nicht vordergründig nach Lösungen meiner Probleme aber ich finde sie oder sie finden mich. Und docken einfach an. Insofern ist es normal, wenn man etwas ausblendet-...

Alles, was vom Menschen ausgeht, ist immer rein subjektiv (vielleicht sogar skizzenhaft)- also auch die Herangehensweise an ein Werk und man ist diesem Umstand bei Entscheidern (egal welcher Art) in gewisser Weise immer einer privaten Selektion ausgeliefert.

P.s.: Ich bin der Meinung, dass mit der Revolutionierung der Form auch die Revolution des Inhalts und des Rezeptionsverhaltens einhergehen.
Und Menschen werden künftig viel mehr dazu gezwungen sein, ihren Standpunkt klar herauszuarbeiten, weil es ihnen überhaupt nichts mehr nützt, sich hinter Lehrmeinungen zu verschanzen und so zu tun, als gäbe es endgültige Wahrheiten. Sich zu seiner Farbe zu bekennen, würde auch die Menschen allgemein anziehender für mich machen.

Eigentlich ist es vollkommen schizophren, Menschen objektiv messen zu wollen. Alle vermeintlichen MaßSTÄBE, sind Gitter oder Raster, durch die man jemanden durchzupressen versucht, um für sich selbst ein Maß zu bekommen, um anhand von Relationen zu einer Vorstellung vom anderen zu gelangen, um einen Richtwert zu haben, um für sich selbst zu prüfen, ob man mit ihm etwas anfangen kann...

Und manche missbrauchen dann auch noch so ein Raster, um durch Druck von außen beim anderen eine vorgestellte Form zu erzwingen, indem man ihn in Form presst, auf dass man sich künftig besser orientieren kann (einheitlich gerastertes ist viel leichter zu handhaben)...und dabei zu vergessen, dass der Schuss nach hinten losgeht, weil das Ergebnis zu gähnender Langweile führt.

Was bedeutet es, mit einem Raster zu messen?

Man stellt einfach schlicht und edel fest, ob das Werk ins persönliche oder öffentlich geprädigte Raster passt, ob die Löcher zufällig zu der Größe der Bestandteile eines Werkes passen und das ist eben nicht gleichbedeutend mit Qualität, mit Intensität im Erleben, Erfühlen eines Werkes.
 

Sonntag, 15. Juli 2007

Timber weit gereist- Poesie in deutscher Wohnraumavantgarde

Heute dachte ich, ich traue meine Augen lieber nicht mehr.

In der hiesigen Jahresausstellung der Kunststudenten gab es eine Wohnraumcollage, die sich mit dem lyrischen Werk
Timber und die Glyphen von L `abyr von Michael Perkampus auseinandersetzte.

Installiert waren ein Holztisch, diverse Stühle und eine Gruppe von 3 Timberhölzern, die mit ihrer Natürlichkeit in der Form und Struktur im Kontrast zum glatten, teilweise lackierten Pressholz standen. Ihre Oberfläche trug das Brandzeichen Timber. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wenigstens ein Hinweis auf Michael angebracht wird... aber dazu war ich ja da: ich stellte mich ca. eine Stunde neben die Installation und verteilte bereitwillig Auskünfte an die zahlreichen Besucher. Die meisten schrieben sich seine Webadresse auf. Interessant war natürlich auch ein Gespräch mit den Studenten, die sein Werk gelesen hatten. Die Idee dazu muss wohl eine meiner Schülerinnen weiter getragen haben, die sich ja ebenfalls mit dem Timber beschäftigen durften.
Alles in allem kann man sagen: die Schweiz rückt näher!
Das finde ich fantastisch. Man stelle sich vor, wie Poesie die Wohnlandschaft verändert.

Trauen Sie ihren Augen?!

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Mittwoch, 27. Juni 2007

Was Kunst spiegelt

"Den Beschauer und nicht das Leben
spiegelt die Kunst in Wahrheit."

(O. Wilde)


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Kunst & Kult

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tja - 19. Jun, 06:59

Meine Kommentare

weitere arbeiten
des künstlers auch hier: http://paintaliciou s.org/2007/09/14/ron-mueck -hyper-realist-sculptor/
experimentisten - 30. Jun, 13:42
daß sie ihm die...
daß sie ihm die Chance gab, wie früher zu...
FranzSchiel - 14. Jun, 10:57
ganz herzlichen dank
tut gut. ja, das hätte ich auch nicht gedacht,...
mehrschichtig - 8. Jun, 15:03
lol
das finde ich ja süß ;) jede will den froschmann......
anudem - 7. Jun, 07:08
wo denn?
ich find ihn schön. so stell ich mir den kleinen...
anudem - 6. Jun, 17:38
rotes haar
ja, rotes haar ist ein interessantes motiv in den künsten...
albannikolaiherbst - 4. Jun, 13:11
danke für die blumen
ich finde es schön, wenn sich leute zusammen finden,...
albannikolaiherbst - 4. Jun, 13:06
fortsetzung
danke für die grüße und ich bin gespannt...
albannikolaiherbst - 30. Mai, 10:34

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1. 5000 Zeichen & Symbole der Welt, S. Frotscher, Hauptverlag, Bern, 2006 --*-- 2. Atlante di Ceramica e Porcellana, S. Frotscher, Lizens für Hoepli, Milano, 2005 --*-- 3. dtv- atlas Keramik & Porzellan, S. Frotscher, Deutscher Taschenbuchverlag, München, 2003 --*-- 4. Der Kyffhäuser, S. Frotscher, Landratsamt Kyffhäuserkreis & Kyffhäuser Fremdenverkehrsverband e.V., 1996 --*-- 5. Burg Falkenstein und Schloß Meisdorf, Edition Leipzig, 1995

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