Marcel Duchamp- Geschichten von Werktiteln (12)
"Ein weiterer Aspekt, an dem man bei der Beschäftigung mit Duchamps Werk nicht vorbeikommt, ist seine Vorliebe für Wortspiele.
Titel wie »Dem gebrochenen Arm voraus*1«, »Mit geheimnisvollem Geräusch« oder »Mit einem Auge aus der Nähe fast eine Stunde lang zu betrachten« machen zunächst stutzig, zumal sich oft keine Verbindung zwischen Titel und Objekt herstellen lässt.
1919 zeichnete er auf einer Reproduktion der Mona Lisa einen Schnurrbart und einen Kinnbart und untertitelte das derart veränderte Bild mit fünf Buchstaben: L.H.O.O.Q.*2 Diese Buchstabenkombination ergibt, auf Französisch gelesen, den Satz »Elle a chaud au cul«, was übersetzt bedeutet: »Ihr ist warm am A...«
Tatsächlich maß er dem Titel mehr Bedeutung bei, als das bis dahin die Regel war. Er war für ihn ein weiteres Element, das zum Werk hinzukam »wie eine unsichtbare Farbe«".
(Quelle)

Quelle
Fontäne, 1917
„Sie sagen jeder Künstler, der 6 Dollar bezahlt, könne ausstellen. Mr. Richard Mutt sandte eine Fontäne ein. Ohne Diskussion verschwand dieser Artikel und wurde nie ausgestellt.“
Ob Mr. Mutt diese Fontäne mit eigenen Händen gemacht hat oder nicht, ist unwichtig. Er wählte sie aus. Er nahm einen gewöhnlichen Artikel des Lebens stellte ihn so auf, dass seine nützliche Bedeutung verschwand hinter dem neuen Titel und Standpunkt, schuf einen neuen Gedanken für dieses Objekt.
Meine Fountain war kein Nein – ich versuchte bloß eine neue Idee für ein Objekt zu kreieren, von dem alle zu wissen glaubten, was es war.“ "(Quelle)
_______________________________

Quelle
*1 Dem gebrochenen Arm voraus, 1915
„Das war eine Schneeschaufel und diesen Satz hatte ich tatsächlich darauf geschrieben.Trotzdem dachte ich, dieser Satz sei, zumal auf Englisch, ganz bedeutungslos und stände in keinerlei Bedeutung zum Gegenstand.
Eine Ideenassoziation ist hier allerdings sehr naheliegend: man kann sich beim Schneeschaufeln den Arm brechen. Da aber diese Deutung wirklich sehr simpel ist, hielt ich es für unmöglich, dass jemand eine solche Bedeutung anstellen könnte.“

Quelle
*2 L.H.O.O.Q. , (Elle a chaud au cul), 1919
"Das Kuriose an diesem Schnurrbart und dem Ziegenbärtchen ist, dass die Mona Lisa, wenn man sie anschaut, zu einem Mann wird.
Es ist nicht eine als Mann verkleidete Frau. Es ist ein wirklicher Mann.“
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Zitate von Duchamp
„Die Produktion einer Zeitepoche ist stets ihre Mittelmäßigkeit. Was nicht produziert wird, ist immer besser als das, was produziert wird. Ich sehe übrigens nicht ein, weshalb man der Nachwelt das Privileg einräumt, darüber zu entscheiden, was gut und was schlecht ist, umso weniger, als ja diese Nachwelt alle 50 Jahre wechselt. Ich sehe aber auch nicht ein, weshalb die Zeitgenossen besser zu urteilen verstünden. Die Idee des Urteils sollte verschwinden.“
"Vielleicht wird man, im Gegenteil, fünfzig oder hundert Jahre warten müssen, um sein eigentliches Publikum zu treffen, aber dieses Publikum allein ist es, das mich interessiert.“
„Meine Ready-mades haben nichts zu tun mit den objet trouvé, weil das so genannte gefundene Objekt vollständig vom persönlichen Geschmack gelenkt wird.
Der persönliche Geschmack entscheidet, ob dies ein schönes Objekt und einmalig ist.“
„Ich erachte den Geschmack – den schlechten und den guten – als den größten Feind der Kunst. Im Fall der Ready-mades versuchte ich, mich vom persönlichen Geschmack freizuhalten und mit dieses voll bewusst zu sein.
Die Folge war, dass ich über einen Zeitraum von fast 50 Jahren nur eine kleine Zahl von Ready-mades akzeptiert habe.“
„Wieder einmal sage ich, der Mensch ist nicht vollkommen, aber wenigstens habe ich versucht, möglichst frei zu bleiben, und glauben Sie ja keine Minute lang, das sei nicht eine schwierige Aufgabe gewesen!
„Ich bin keineswegs sicher, ob nicht die Idee des Ready-made die wichtigste einzelne Idee ist, die aus meinem Werk herauskommt.“
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Titel wie »Dem gebrochenen Arm voraus*1«, »Mit geheimnisvollem Geräusch« oder »Mit einem Auge aus der Nähe fast eine Stunde lang zu betrachten« machen zunächst stutzig, zumal sich oft keine Verbindung zwischen Titel und Objekt herstellen lässt.
1919 zeichnete er auf einer Reproduktion der Mona Lisa einen Schnurrbart und einen Kinnbart und untertitelte das derart veränderte Bild mit fünf Buchstaben: L.H.O.O.Q.*2 Diese Buchstabenkombination ergibt, auf Französisch gelesen, den Satz »Elle a chaud au cul«, was übersetzt bedeutet: »Ihr ist warm am A...«
Tatsächlich maß er dem Titel mehr Bedeutung bei, als das bis dahin die Regel war. Er war für ihn ein weiteres Element, das zum Werk hinzukam »wie eine unsichtbare Farbe«".
(Quelle)

Quelle
„Sie sagen jeder Künstler, der 6 Dollar bezahlt, könne ausstellen. Mr. Richard Mutt sandte eine Fontäne ein. Ohne Diskussion verschwand dieser Artikel und wurde nie ausgestellt.“
Ob Mr. Mutt diese Fontäne mit eigenen Händen gemacht hat oder nicht, ist unwichtig. Er wählte sie aus. Er nahm einen gewöhnlichen Artikel des Lebens stellte ihn so auf, dass seine nützliche Bedeutung verschwand hinter dem neuen Titel und Standpunkt, schuf einen neuen Gedanken für dieses Objekt.
Meine Fountain war kein Nein – ich versuchte bloß eine neue Idee für ein Objekt zu kreieren, von dem alle zu wissen glaubten, was es war.“ "(Quelle)

Quelle
*1 Dem gebrochenen Arm voraus, 1915
„Das war eine Schneeschaufel und diesen Satz hatte ich tatsächlich darauf geschrieben.Trotzdem dachte ich, dieser Satz sei, zumal auf Englisch, ganz bedeutungslos und stände in keinerlei Bedeutung zum Gegenstand.
Eine Ideenassoziation ist hier allerdings sehr naheliegend: man kann sich beim Schneeschaufeln den Arm brechen. Da aber diese Deutung wirklich sehr simpel ist, hielt ich es für unmöglich, dass jemand eine solche Bedeutung anstellen könnte.“

Quelle
*2 L.H.O.O.Q. , (Elle a chaud au cul), 1919
"Das Kuriose an diesem Schnurrbart und dem Ziegenbärtchen ist, dass die Mona Lisa, wenn man sie anschaut, zu einem Mann wird.
Es ist nicht eine als Mann verkleidete Frau. Es ist ein wirklicher Mann.“
Zitate von Duchamp
„Die Produktion einer Zeitepoche ist stets ihre Mittelmäßigkeit. Was nicht produziert wird, ist immer besser als das, was produziert wird. Ich sehe übrigens nicht ein, weshalb man der Nachwelt das Privileg einräumt, darüber zu entscheiden, was gut und was schlecht ist, umso weniger, als ja diese Nachwelt alle 50 Jahre wechselt. Ich sehe aber auch nicht ein, weshalb die Zeitgenossen besser zu urteilen verstünden. Die Idee des Urteils sollte verschwinden.“
"Vielleicht wird man, im Gegenteil, fünfzig oder hundert Jahre warten müssen, um sein eigentliches Publikum zu treffen, aber dieses Publikum allein ist es, das mich interessiert.“
„Meine Ready-mades haben nichts zu tun mit den objet trouvé, weil das so genannte gefundene Objekt vollständig vom persönlichen Geschmack gelenkt wird.
Der persönliche Geschmack entscheidet, ob dies ein schönes Objekt und einmalig ist.“
„Ich erachte den Geschmack – den schlechten und den guten – als den größten Feind der Kunst. Im Fall der Ready-mades versuchte ich, mich vom persönlichen Geschmack freizuhalten und mit dieses voll bewusst zu sein.
Die Folge war, dass ich über einen Zeitraum von fast 50 Jahren nur eine kleine Zahl von Ready-mades akzeptiert habe.“
„Wieder einmal sage ich, der Mensch ist nicht vollkommen, aber wenigstens habe ich versucht, möglichst frei zu bleiben, und glauben Sie ja keine Minute lang, das sei nicht eine schwierige Aufgabe gewesen!
„Ich bin keineswegs sicher, ob nicht die Idee des Ready-made die wichtigste einzelne Idee ist, die aus meinem Werk herauskommt.“
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tja - 20. Jan, 15:06
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