Collage. Theorie & Diskussion

Samstag, 2. Juni 2007

Die Collage (13/ Ende)

5. Verzeichnis der Collage- Abbildungen in Schulbüchern für das Fach Kunst

Schulbücher:

1. Grundkurs Kunst 1, Schroedel, 1988
2. Grundkurs Kunst 2, Schroedel, 1990
3. Grundsteine Kunst 2, Klett, 1994
4. Grundsteine Kunst 3, Klett, 1995

Darin sind Collage-Abb. von folgenden Künstlern enthalten:

In Grundkurs Kunst 1, Schroedel, 1988:

Johannes T.Baargeld (Pseudonym für Alfred Ferdinand Grünwald); Dadaist
Freskomaler aus Pompeji (Vorläufer der Collage)
Samuel van Hoogstraten (Vorläufer der Collage)
Pablo Picasso
Adrian Coorte (Vorläufer der Collage)
Karl Rössing (Bildzitate- Bsp. für Collage als Denk- und Handlungsprinzip)
Timm Ulrichs
Jan Voss
Kasimir Malewitsch
Roul Hausmann
John Heartfield
Herbert Bayer
Man Ray
Ljubow Popowa
Shoto Mokuan
Günther Uecker
Yves Klein


In Grundkurs Kunst 2, Schroedel, 1990:

Pablo Picasso
Jean d Ìmbleval
Constantin Brancusi
Presbyter Martinus
Hessischer Künstler
Louis- Ernst Barrias
Edgar Degas
Max Klinger
Julio Gonzales
George Segal
Duane Hanson
Timm Ulrichs
Französischer Künstler
Alexander Archipenko
Man Ray
Marcel Duchamp
Raoul Hausmann
Meret Oppenheim
Louise Nevelson
Claes Thure Oldenburg
Robert Rauschenberg
Arman (eigentlich Armand Fernandez)
Joseph Beuys
Robin Page
Jiri Kolár
Günther Uecker
Antoni Tapies
Siegfried Neuenhausen
Nikolaus Lang
Wladimir Baranow-Rossiné
Naum Gabo
John Chamberlain
David Smith
David Lee Thompson
Christo
Bert Gerresheim
Jürgen Goertz
Niki de St.Phalle und Jean Tinguely
Robert Smithson

In Grundsteine Kunst 2, Klett, 1994

Henri Matisse
Max Ernst
Carlo Carrá
Antonio Gaudi
Friedensreich Hundertwasser

In Grundsteine Kunst 3, Klett, 1994

Andy Goldsworthy
Andy Warhol
Henri Matisse
Wolf Vostell
Jean Tinguely/ Niki de St.Phalle/ Bernhard Luginbühl
Joseph Beuys
Friedensreich Hundertwasser
Iwao Yamawaki
Robert Rauschenberg
Christiane Möbius
John Heartfield
Luis Bunuel/ Salvador Dali
Eduard Paolozzi
Nam June Paik
Christo/Jeanne-Claude


Auf Wunsch sende ich diese 8 seitige Liste mit Werktiteln und Seitenzahlen in Tabellenform als Worddatei zu.

Sie ist gegliedert in:

Buch/ Seite/ Künstler/ Werk

M= Malerei, malerische Collage
G= Grafik, grafische Collage
F= Fotomontage u.a.
P/O= Plastik/Objektkunst
A = Architektur

Gleiches (Versandwünsche) gilt auch für die Gesamtversion des Textes.

Zur Collage (12)
Zur Collage (1)

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Die Collage (12)

Collageverfahren

1. Herstellen eines formalen Zusammenklangs der einzelnen Teile (Beachtung von Farbe, Komposition, Richtung, Formgefüge, Bewegung); inhaltliche Überlegungen dominieren nicht

2. Herstellen spontaner Beziehungen zwischen den Teilen; Assoziationen, Emotionen bestimmen Bildaussage

3. Ein vorgefaßter Plan bestimmt meist eine klare, sachliche Bildaussage, die bestimmte Informationen vermittelt


Wesentliche Tätigkeiten sind:

Auflösen, Kombinieren, Verbinden.



Einige Collagetechniken

- geklebtes Papierbild (Papier kann z.B. folgendermaßen bearbeitet werden, bevor es aufgeklebt wird: zerknittern, zerreißen, schneiden, abschaben, kratzen, lochen, falten, biegen, kleben, heften, bemalen, bedrucken)

- Grafikcollage (mit Druckerzeugnissen- Fotos, Buchstaben, Texte; nach formalen und/oder inhaltlichen Bezügen)

- Reizbildcollage (Materialien fordern zum Experiment heraus, wenn sie nur in kleinen Stücken Vorgaben leisten, die malerisch oder zeichnerisch weitergeführt werden können, um einen neuen Zusammenhang zu bilden. Sensibilität wird durch das Einstellen auf Vorhandenes gefördert.)


- Textcollage (Experimente mit gedruckter Schrift als Gestaltungsmittel, bei dem nicht mehr die Bedeutung des einzelnen Buchstaben, Wortes oder Satzes im Vordergrund steht.

Deren ursprüngliche Sinn kann auch gar keine Rolle mehr spielen. Mitunter bleiben Bedeutungsrelikte erhalten, die ihrerseits zu neuen Sinnzusammenhängen inspirieren können. Dabei kann Zufall oder Absicht zu einer Auswahl und Neuordnung führen.

Eine Methode von Tristan Tzara war: Bildung eines Gedichtes aus zufällig aufgegriffenen Wörtern. Diese fand er durch das Zerschneiden eines beliebigen Zeitschriftenartikels, der der gewünschten Länge des Gedichtes entsprach. Man sollte die daraus ausgeschnittenen Einzelwörter in einem Beutel durchschütteln und nach dem Herausnehmen stückweise abschreiben.
Das Gedicht entsteht sozusagen durch das absichtsfreie Spiel mit den Wörtern.

Franz Mohn erfand neue Schriftzeichen, indem er Buchstaben segmentierte, neu kombinierte. Er experimentierte auch mit Plakatschriften, die er zerschnitt. Die Lesbarkeit blieb teilweise erhalten, wenn der Schnitt quer oder schräg durch die Textzeile ging und vor dem Aufkleben nur etwas verschoben wurde.)


- Decollage- ein Gegenstück zur Collage (Das Auflösen eines bestehenden Bild- oder Objektzusammenhangs steht im Mittelpunkt. Das kann behutsam, gewaltsam, unbewußt oder gewollt erfolgen.

Die Decollage trägt immer Spuren von Aktivität, z.B.: durch Gebrauch, Verbrauch, Zerlegen, Wegnehmen, Entdecken, Auswählen, Freilegen.
Ziel dieser schöpferischen Technik ist das Aufspüren und Sichtbarmachen verborgener Realitäten, ohne neues Material zur Hilfe zu nehmen.
Betrachtet man z.B. eine mehrfach überklebte Plakatwand, von der Teile wieder zerstört sind, so sieht man oft verblüffende neue Sinnzusammenhänge zwischen den Schichten, die zufällig miteinander korrespondieren.
Diesen willkürlichen oder ungesteuerten Prozeß kann man z.B. mit zusammengeklebten Katalogseiten, die an einigen Stellen aufgeschnitten- oder gerissen werden nachempfinden.
Kombinierte Techniken mit anschließender Übermalung, Verbrennung, Zerknüllen usw. können zu destruktiv-systematischen Ergebnissen führen. Einige Künstler nehmen Decollagen als Vorlagen für ihre fotorealistischen Bilder (v.a. Plakatabrisse).

- Brandcollage (Fumage) (Ansengen, Schwärzen oder Anbrennen von Papier; Mittel um z.B. auf Vergänglichkeit, Zerstörungsprozeß hinzuweisen)

- Rollage und Kinetisation (eine Form der Decollage, die z.B. durch das versetze Aufkleben von je gleichen Streifen dreier identischer Plakate, so daß das ursprüngliche Bild überdehnt, vervielfältigt, verzerrt, facettenhaft erscheint)

- Fotografie und Collage (z.B. Fotomontage, Positiv- und Lichtmontage durch Zusammenstellen von verschiedenen Fotofragmenten und das anschließende Abfotografieren, Fotogramm, Fotokopie mit Manipulationen, Sandwichverfahren mit Diapositiv- Montage aus zwei übereinander befestigten Dias und mit oder ohne künstlerischer Bearbeitung)

- Materialbild (Technik zwischen Fläche und Relief; mit Betonung von Stofflichkeit verbunden; aus Naturabfall, Zivilisationsmüll ect.)

Zur Collage (11)
Zur Collage (13)

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Freitag, 1. Juni 2007

Die Collage (11)

Eine Checkliste für grundlegende formale Veränderungsmöglichkeiten von Collageobjekten (in Quelle a), S.32 f.):


1. Anders verwenden -Wie kann man es anders verwenden? Wie wird es verwendet, wenn es umgestaltet ist usw.?

2. Adaptieren - Wie läßt es sich anpassen? Was ist so ähnlich? Was läßt sich übernehmen?

3. Modifizieren - Kann man Bedeutung, Farbe, Bewegung, Klang, Geruch, Form, Größe abändern? Was muß man hinzufügen bzw. wegnehmen usw.?

4. Magnifizieren - Was kann man addieren? Was kann man vergrößern? Kann man es vervielfachen usw.?

5. Minifizieren - Was kann man wegnehmen? Läßt es sich kleiner, kürzer, niedriger machen? Kann man es teilen usw.?

6. Substituieren - Was kann man ersetzen? Kann man anderes Material verwenden? Kann man es anders gestalten? Kann man Teile ersetzen, die Umgebung verändern usw.?

7. Rearrangieren - Kann man teile austauschen, in eine andere Reihenfolge bringen usw.?

8. Umkehrung - Läßt sich positiv in negativ umkehren? Was ist das Gegenteil? Kann man Teile vertauschen usw.?

9. Kombinieren - Kann man es zu anderem hinzufügen? Bildet es einen Gegensatz? Ist es ähnlich? Hebt es sich ab?

Zur Collage (10)
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P.s.: Das liest sich für Außenstehende vielleicht fast wie die Rezeptanleitung zum Backen eines Kuchens.
In der Tat scheint es wichtig zu sein, nicht nur Aufgaben/ Themen zu stellen, nur zu sagen: hier hast du Mehl, Wasser und Eier, spiel mal so lange damit, bis du etwas Essbares daraus geschaffen hast- es muss auch Anregungen für Arbeitstechniken geben- ohne starre Vorgaben.
Die Betrachtung verschiedener Kunstwerke, das Gespräch darüber und das erstaunte Hinterfragen der angewandten Techniken und Methoden ihrer Entstehung zeigen in nachfolgender praktischer Arbeit positive Befruchtung.
Im Idealfall kopiert man nicht einfach sondern erfindet selber. Ein großer Glücksumstand ist es, wenn Originalkunst betrachtet und gleich an Ort und Stelle praktisch gearbeitet werden kann- dann verpufft die freiwerdende Begeisterungsenergie nicht. Nur sind solche Orte, an denen beides möglich ist (Rezeption UND Produktion) äußerst selten. Es gibt wenige Museen/ Galerien, die das richtig fördern. Hat man solche günstigen Umstände organisiert, werden das Sternstunden.



(Nebenbei...Und das wiederum erinnert an die Sternstunde von Alex beim Vorlesen der Schriftstellerin, der mir zusammen mit Susanne ein schlechtes Gewissen macht, da ich zur Zeit überarbeitet bin, kaum reagieren kann... die ich momentan immer vertrösten muss.
@Alex: dich hindert ja nichts beide Künste weiter zu betreiben ;)
@Susanne: du solltest (Volese-) Lehrerin werden *fg*)
 

Die Collage (10)

4. Collagieren, Collagetechniken


Anregungen für Collagen gehen oft von Eigenheiten der Collage selbst aus:

- vom Materialreiz (Stoffliche Eigenschaften des Materials; Abbildhaftigkeit)
- vom Sammeln und der Verwertbarkeit der Sammelobjekte
- vom spielerischen Charakter des Arbeitsprozesses (Collagieren erfolgt weniger mit festen Konzepten)
- von dem Kreativsein ohne „Nichtbeherrschenmüssen“ realistischer Abbildungsverfahren


Max Ernst schilderte ein seltsames Collageerlebnis (in Quelle a), S.25):

„Als ich mich an einem regnerischen Tag im Jahr 1919 in einer Stadt am Rhein befand, übten plötzlich die Seiten eines illustrierten Kataloges eine überraschende Obsession auf meinen Blick aus, auf denen Gegenstände abgebildet waren, die zu anthropologischen, mikroskopischen, psychologischen, mineralogischen und paläontologischen Demonstrationen dienten.

Ich fand dort derart wesensfremde gegenständliche Elemente vereinigt, das die Absurdität dieser Zusammenstellung eine plötzliche Steigerung meiner visionären Fähigkeiten bewirkte und eine halluzinatorische Folge widerspruchsvoller, doppelter, dreifacher und vielfacher Bilder vor mir entstehen ließ, die sich mit der Eindringlichkeit und Geschwindigkeit ablösten, wie sie Liebeserinnerungen oder Visionen des Halbschlafes eigen sind.

Die Bilder verlangten von sich aus nach einer Vereinigung auf neuer Ebene, in einem neuen Unbekannten (der Ebene des Unangemessenen).
Um wiederzugeben, was ich innerlich sah, genügt es mir, diesen Katalogseiten zeichnend, malend eine Farbe, ein paar Bleistiftstriche hinzuzufügen, die dargestellten Gegenstände mit einer Landschaft, der Wüste, einem Himmel, einem geologischen Schnitt, einem Boden, einer einzigen geraden Linie, die den Horizont bezeichnet, zu umgeben, um auf diese Art ein genaues, festes Bild meiner Halluzinationen zu erzeugen, um das, was zuvor nur banale Seiten eines Reklamekataloges gewesen waren, in Dramen zu verwandeln, die meine geheimsten Wünsche offenbarten.“



Mögliche Lernziele des Collagierens:

- Objekte und Materialien sind vielseitig zu interpretieren, man kann ihre Bedeutung manipulieren (ihr Wesen, ihre Wirkung läßt sich ändern)

- jedes Material eignet sich für gestalterische Arbeit (auch billige, alte, unscheinbare Gegenstände sind verwertbar- ökologischer Aspekt)

- Ausdrucksmöglichkeiten werden durch Unterschiedlichkeit des Materials erweitert

- Zufall und Improvisation können wesentliche Gestaltungselemente sein

- unterschiedliche Dinge können sinnvoll verbunden werden; es entsteht neues inhaltliches und formales Ganzes

- der letzte Punkt kann auch auf die Verbindung unterschiedlicher Gedanken zu neuen Ideen übertragen werden

- die Fähigkeit des Umgestaltens ist ein Teil kreativen Verhaltens

- alle Menschen besitzen ein Kreativitätspotential , das meistens brachliegt


Zur Collage (9)
Collage (11)

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Die Collage (9)

Collagen der Gegenwart

Die Grenzen zwischen den einzelnen Künsten, zwischen Natur, Kunst, Umwelt und Medien sind weitestgehend aufgehoben und erfordern eine neue Betrachtungsweisen, die zur Erweiterung des Kunstbegriffs führen.
Es gibt neben traditionellen Techniken wie Aquarell, Ölmalerei, Skulptur zahllose Mischtechniken, die mitunter zu komplexen Objektarrangements inszeniert werden.

Auch ältere Verfahren wie Fotografie und Fotomontage erfreuen sich weiter großer Anziehungskraft. Es werden z.B. Fotos gleicher Art in großer Anzahl reihenartig aneinandergeklebt, um die jedem Ding innewohnenden Eigenschaften, die wir kaum noch wahrnehmen, wieder sichtbar zu machen. (Bsp.: Peter Roehr )

Den Fluß der Zeit will David Hockney mit Hilfe vieler zusammengefügter Einzelmomente konservieren. Er nennt seine Fotocollagen „joiners“, da sie sich oft netz- oder wurzelartig ausbreiten.

Neue Dimensionen treten zu ursprünglichem Kunstgenuß und Kunstrezeption. Denkanstöße stehen im Mittelpunkt, die in der Konzeptkunst von vornherein mit eingeplant sind und der Bewußtseinserweiterung dienen sollen.

Neue räumliche und inhaltliche Dimensionen entstehen auch durch das Environment. Ein Vertreter dieser Collageart ist Edvard Kienholz, der begehbare Werke schafft. Neben Alltagsgegenständen verwendet er z.B. duftspendende Chemikalien. (Bsp. „Pinte“).

In der Landart kommen neue räumliche Dimensionen (ganze Landstriche werden zum Kunstwerk) und mitunter auch das Prinzip eingeplanter Vergänglichkeit von Kunstobjekten hinzu. (Arbeiten aus verrottenden Materialien) (Bsp. Christo- „Running Fence“)

Eine weitere Dimension tritt bei Künstlern wie Alexander Calder und Jean Tinguely auf- die Bewegung des Kunstwerkes bis hin zur Kinetischen Kunst. (Vorläufer: Marcel Duchamp, Man Ray)
Durch manuell oder mechanisch erzeugte Energie wird das Kunstwerk bewegt. Hinzu kommen mitunter Film- oder Video, damit Zeit- und Handlungsabläufe dokumentiert werden können. Dabei kann auch die Selbstzerstörung des Kunstwerkes vor Zuschauern eingeplant, inszeniert werden. (Bsp.: Maschine „Homage to New York“, 1960 von Tinguely).

Die Integration von Raum, Zeit und Bewegung in das Kunstwerk führt zu szenisch- ästhetischen Handlungen (Action), an der Künstler und Zuschauer involviert sind.

Selbst der menschliche Körper wird zum Material für den Künstler. Timm Ulrichs erklärt sich 1961 zum „ersten lebenden Kunstwerk“.
Claes Oldenburg
fügt Brüste eines Mädchens zu einem Kunstwerk, indem sich das Mädchen hinter die Kastenwand mit Öffnungen stellt. Besucher werden kurzerhand auf Wunsch zu Kunstwerken erklärt. (Piero Manzoni)

Collagen werden z.B. zur „Spurensicherung“ vergangener oder gegenwärtiger Zeit genutzt und werfen Fragen zu Lebens- und Umweltproblemen auf.
Fundstücke werden mitunter so geordnet und archiviert oder nachgemacht, daß sie an Museen erinnern und den Sinn für Zusammenhänge von Zeit und Leben schärfen. Auch Zeichen und magische Symbole können darin einfließen und das Unbewußte , Träume und Vorstellungen hervorrufen.

Die Collage ist in ständiger Veränderung begriffen. So kommen immer neue, vorher ungenutzte oder unbekannte Materialien und Verfahren hinzu.

Die Zukunft liegt wahrscheinlich in der wechselseitigen Durchdringung von elektronischen Medien und anfänglichen Collagemitteln. (Bsp.: Videoarrangements und Videoplastiken von Wolf Vostell und Nam June Paik)

Ein Anliegen solcher Collagen ist es, daß die Pseudorealität der Medienwelt nicht das Bewußtsein für die Realität (Natur, natürliche Empfindungen des Menschen) auslöschen darf.

Unter dem Prinzip Collage sehen Künstler wie Eduardo Paolozzi nicht mehr so sehr eine künstlerische Technik als eine Methode zur Interpretation von Wirklichkeit.

Dinge des Alltages, wie Schiffe, Autos, Maschinen sind auch aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Collage könnte eine Analogie zur technischen Konstruktion unserer Zeit bedeuten (Paolozzi).

P.s: Ergänzungen/ Fragen/ Hinweise/ Diskussionen erwünscht (auch dieser Teil muss mit Bildbeispielen ergänzt werden.

Zur Collage (8)
Zur Collage (10)

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Donnerstag, 31. Mai 2007

Die Collage (8)

Pop Art

PopArt- Künstler der 60er Jahre entdeckten die Produkte unserer Konsumgesellschaft als ästhetische Objekte. Banale Gegenstände (wie Colaflaschen, Comics, Autoteile, Lebensmittel, Kleidungsstücke, Embleme) erscheinen als Bildmotive und werden mitunter als reales Collagematerial verwendet.

Bsp.:
Schuhe bei Jim Dine
Plastikblumen bei Tom Wesselmann
Autoteile bei Robert Rauschenberg

Damit setzen sie der vorangegangenen Epoche der gegenstandslosen Malerei wieder das reale Motiv entgegen.
Mitunter wird der Stil dieser Künstler auch als Neodada bezeichnet, da viele Einzelheiten stark vom Dadaismus abgeleitet werden.

Bevorzugte Techniken in dieser Zeit:

Montage: Zusammenfügen von verschiedenartigen, besonders dreidimensionalen Elementen zu einem ästhetischen Objekt

Assemblage: Anordnung und Montage räumlich- plastischer Art mit Einbeziehung von Realitätsfragmenten; Bsp. Schwitters

Akkumulation: Anhäufung von Gegenständen gleicher oder ähnlicher Art in Kästen oder auf Platten

Environment : Begehbare Raumskulpturen in die alle möglichen Materialien und Gegenstände einbracht werden können; Bsp. Kienholz, Oldenburg, Rosenquist, Segal

Combine Painting: Malerei und lose Verbindung mit Gegenständen

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P.s.: Auch wären noch Ergänzungen, konkrete Bildbsp. nötig.

Zur Collage (7)
Zur Collage (9)
 

Mittwoch, 30. Mai 2007

Die Collage (7)

Die provokative Collage

Berliner Dadaisten um 1920 (z.B. Johannes Bader, George Grosz, John Heartfield, Roul Hausmann, Hanna Höch) besaßen eine antikünstlerische, antibürgerliche, gegen alles kritische Haltung. Die Fotomontage war für sie das ideale Visualisierungsmittel. Nach Aussagen der beiden Künstler Grosz und Heartfield wollen sie selbst diese Technik 1916 gemeinsam erfunden haben.

John Heartfield (1891- 1968) entwickelte die agitatorische Fotomontage zu höchster Perfektion. Seine politischen Blätter zum Dritten Reich bestechen nicht nur durch technische Raffinesse. Er verwandte Fotoporträts, die eine direkte schonungslose Benennung von Personen und gemeinten Situationen ermöglichten.
Seine Kunst verbreitete sich durch das Verlassen üblicher Wege. Er begnügte sich nicht mit Ausstellungen, sondern stellte auch Plakate, Handzettel, Zeitschriften- und Buchumschläge her, die seinen Wirkungskreis potenzierten.

Dieses Konzept griff später Klaus Staeck auf, der Fragen der nationalen und internationalen Politik mit ähnlichen Mitteln umsetzt und damit zu einem der bekanntesten Collagekünstler unseres Landes wurde.

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P.s.: Aus heutiger Sicht muss dieser Gliederungspunkt unbedingt erweitert/ überarbeitet werden. Es sind hier ziemlich kleine Splitter, die das Potential dieses Themas nicht annähernd erschöpfen (ebenso das Kapitel zum Surrealismus).
Zu Klaus Staeck wird es ev. mal eine eigene Abhandlung geben, da wir am selben Ort aufgewachsen sind (er natürlich vor meinem Eintritt in die Welt). Ebenso gehört Benetton mit seiner Schockwerbung hier hinein. Dazu verfasste Hanno Rauterberg in Die Zeit 45/ 2001 einen Artikel mit dem Titel "Wie Benetton sein Waren- zum Wertezeichen umdeuten möchte".
Ich denke, dass Alex The AnimoBiggest sicher auch hier mit sachdienlichen Hinweisen aus eigenem Erleben etwas zum Thema beitragen könnte.

Zur Collage (6)
Zur Collage (8)

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Dienstag, 29. Mai 2007

Die Collage (6)

Das Bauhaus

Bildnerische Experimente standen im Bauhaus auf der Tagesordnung. Künstler wie Paul Klee, Oskar Schlemmer, Josef Albers und Johannes Itten beschäftigten sich mit der Collage. Das Ziel der Bauhäusler bestand in der Aufhebung der Trennung zwischen den Künsten, Kunsthandwerk und Architektur. Damit schufen sie beste Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Collagebegriffs (siehe unten).

„Dem Bauhaus, das den Materialunterricht zur Grundlehre bestimmt, arbeitet Adolf Hölzel (1853- 1934) voraus, der 1907 als Lehrer an die Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste
kommt. Er tritt als erster für das Primat der Mittel in der Bildgestaltung ein, die in seinen Augen >um ihrer selbst willen Berechtigung haben und der gegenständlichen Zugabe nicht bedürfen, ja unter ihr leiden<.“ (Quelle e), S.305)

1916 schmückt er den Sitzungssaal der Keksfabrik Bahlsen in Hannover mit religiösen Collagen. Die in die Ölmalerei geklebten Materialien (zerrissene, bemalte, zerknitterte Papiere, Stanniol, Glanzpapiere, Stoffläppchen, ein Stecknadelbrief ohne Nadeln) erregen nicht die Aufmerksamkeit, sondern bereichern den Farbauftrag um Materialwerte. Hölzels Schüler werden ebenfalls zur Collage angeleitet.

Johannes Itten (1888- 1967) war von 1913- 1916 ein Schüler von Hölzel. Er berichtete, daß er 1915/16 an geometrisch-abstrakten Bildkompositionen mit montierten Naturmaterialien arbeitete.
Hölzels Schrift „Über die künstlerische Ausbildung des Malers“ (1916) übt entscheidenden Einfluß auf ihn aus. Das wird sichtbar, nachdem Walter Gropius Itten 1919 als Leiter des Vorkurses am Bauhaus einstellt. Das Materialstudium soll den Studenten im Vorkurs dazu helfen, sich über ihre speziellen Begabungen und Neigungen klar zu werden.
Die unterschiedlichsten Materialien werden betrachtet, befühlt und anschließend ohne Vorbild >aus der inneren Empfindung heraus< zeichnerisch wiedergegeben. Übungen zu den Kontrasten schließen sich an (z.B. hart- weich, stumpf- glänzend, durchsichtig- undurchsichtig).

Um 1923 gingen erste Impulse von László Mohol- Nagy (1895- 1946) aus, der nach dem Weggang Ittens die Leitung des Vorkurses übernimmt und der seine Bilder mit eingefügten Buchstaben und Objektteilen bereichert und mit Fotomaterial und fotografischen Techniken experimentiert.
Bei ihm müssen die Schüler durch genaues Sachzeichnen zwischen Strukturen, Texturen und Fakturen unterscheiden lernen. Mohol- Nagy war durch Dada und Konstruktivismus beeinflußt.
Einige Fotomontagen, in Kombination mit Serienbildern und abstrakten Formen, brachten Geschwindigkeit und Mobilität einer mechanisierten Gesellschaft zum Ausdruck.

Eine seiner Collagetechniken bestand darin, Positiv- und Negativabzüge, unterschiedlich belichtete, scharfe und unscharfe Aufnahmen und ineinanderkopierte Abzüge zu verwenden. Im Unterschied zu den dadaistischen Montagen geht es ihm um überlegte Bildkomposition.

„Er stellt mit Vorliebe einzelne, ausgeschnittene Photos in den offenen Bildraum, den er mit Linienprojektionen in die Tiefe führt. In der Isolierung treten die figürlichen Details überplastisch hervor, und aus dem abrupten Wechsel von Nah- und Fernsicht entsteht eine unmittelbare optische Spannung.“ (Quelle e), S.309f.)

Josef Albers (1888- 1976), einer der bedeutendsten deutschen Maler der geometrischen Abstraktion, setzte u.a. Glasfenster aus verschiedenartigen Scherbenelementen zusammen. Diese unterschieden sich voneinander durch Farbigkeit, Dichte und Lichtdurchlässigkeit. Bronze und Glas kamen in Gebäudegestaltungen der PanAm in Manhatten zum Einsatz. In seinem Vorkurs regt er an, daß Collagepapiere nicht flach und einseitig aufgeklebt werden.
Die Studenten sollten es >stehend, uneben, plastisch bewegt, beiderseitig und kantenbetont< benutzen. >Anstatt zu kleben, werden wir es binden, stecken, nähen, nieten, also anders befestigen und es auf seine Leistung bei Zug- und Druckbeanspruchung untersuchen.<

Für dreidimensionale Gestaltungen empfahl er ebenfalls (wie die Dadaisten und Kubisten) unübliche Materialien wie Wellpappe, Drahtgewebe, Zündholzschachteln, Grammophonnadeln, Rasierklingen.

Das einzige heute bekannte authentische Klebebild von Oskar Schlemmer (1888- 1943; ebenfalls Hölzel- Schüler) gestaltet er 1923 mit dem Titel Mythische Figur. Es handelt sich um eine der abstraktesten Collagefiguren, die er am Weimarer Bauhaus im Zuge einer gewissen Spezialisierung auf Figurendarstellungen im Rahmen von Wandmalerei ausführt.
Schlemmer spricht oft vom Mythischen in seinen Schriften und meint damit das Unberechenbare, Intuitive, das jeder Bildkonzeption zugrundeliegt.

Eine neue Art von Materialbildern entsteht durch Umrisse präzisierende Drahtgestelle, die er über weich gemalten fließenden Figuren an der Wand befestigt. Die Gestalten scheinen aus Lichtwellen aufzutauchen, da Linien und Schatten ineinanderfließen. (Bsp.: Wanddekore im Haus von Dr. Rabe in Zwenkau in Sachsen)

Seinen Triadischen Balettfiguren gibt er ungewöhnliche Kostüme aus Stoff, Aluminium, Gummi, Zelluloid, Glas. Weitere Beispiele sind Photomontagen; Bühnenbilder, in die Fotos von Tänzern einmontiert sind und Figurinen, denen Porträtköpfe aufgesetzt sind.

Herbert Bayer (1900- 1985) beschäftigte sich vor seiner Tätigkeit (1925) als Leiter der Druckerei und Reklamewerkstatt am Dessauer Bauhaus mit Typographie und Werbegestaltung. Sein Werk ist von verschiedenen Strömungen , v.a. von der abstrakten Malerei beeinflußt.
In seiner Collage Die Fünf von 1922 sieht man einen Cellospielerin fünffacher Variation, eingefügt in ein Koordinatensystem mit vom Instrument gebildeten Diagonalen. Der Spieler wird nach und nach von seinem Instrument „verschlungen“, das im letzen Abschnitt fast wie eine große Hieroglyphe erscheint, betont von konzentrischen Kreisen umgeben. Das Vorbild seines ehemaligen Lehrers Schlemmer zeigt sich an der schematischen Figur mit Rundkopf und herzförmigem Oberkörper sowie an ähnlichen eingeklebten linierten Papieren, die denen der Mythischen Figur verwandt sind.
Kubistische Vorbilder machen sich ebenfalls bemerkbar in der Art, wie die Papiere als Farb- und Materialangabe der Zeichnung zugefügt werden.

Gelegenheitsprodukte außerhalb der Lehre entstehen in Collageform (Einladungskarten, Plakate).

Paul Klee (1879- 1940) wurde u.a. vom Kubismus Picassos und Braques beeinflußt. Im Bild „Villa R“ von 1919 sind sowohl sichtbare Realitäten (Sonne, Mond, Bäume Architektur) als auch surrealistische Versatzstücke und Stimmungswerte enthalte. Das aufgemalte grüne „R“ erinnert an Collagen der Kubisten, in denen Malerei durch geklebte Buchstaben und Wortfetzen bereichert wird.

Hier führt es zur Paracollage, einem Bild, das vorgibt, eine Collage zu sein. Das „R“ ist nicht durch sonst übliche Collageverfahren (Klebetechnik) aber mit dem gedanklichen Prinzip Collage entstanden. Eine derartige Paracollage kann z.B. mittels Schablonierung, Umdruck, Frottage oder Materialdruck entstehen.
Die Ergebnisse sind eine Kombination indirekter Realitätszitate, deren endgültige Gestalt auf einen „einheitlichen technischen Nenner“ gebracht wird. Auch nach seiner Bauhauszeit tauchen einzelne geklebte Elemente bei Klee auf. Diese heben aber nur wenig mit der eigentlichen Collage zu tun. Sie gehören vielmehr zu den Malmitteln und Malmaterialien, mit denen Klee viel experimentiert.
So arbeitet er mit Aquarell-, Öl-, Kleisterfarben und Mischtechniken, verwendet Kreide- und Gipsgründe, Stoffe, Seide, Musselin, Damast ect., die den Farben eine neue Substanz geben.
Man findet bei ihm (Bsp.: Zerstörtes Land, 1934) zerrissenen Baumwolldamast auf Leinwand, darauf ein zerfranstes Stück Stoff, das von schematischen Linien überkreuzt wird, die den farbigen Untergrund in Felder teilt.
Mitunter malt er fotorealistische Stoffteile oder klebt sie direkt in Bildgestaltungen hinein (Bsp.: Heiliger Georg, 1936). „Wie alle Materialien sind jedoch auch die Textilien bei Klee so in den Farbklang verwoben, daß sie stofflich kaum zur Geltung kommen.“ (Quelle e), S.312)

Die Collage (5)

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Montag, 28. Mai 2007

Die Collage (5)

Dadaismus und Surrealismus

Diese dadaistischen und surrealistischen Künstler prägten mit ihren Erfindungen auf dem Gebiet der Collage die nachfolgenden Künstlergenerationen bis in unsere Zeit.

Die Dadaisten arbeiteten nicht in einem einheitlichen Stil, sondern traten allem Neuen sehr offen und unbefangen entgegen. Ungewöhnliche Gedankenverbindungen schufen die Grundlage, um die Vorteile kombinatorischer Verfahren nutzbar zu machen. Selbst handwerkliche Regeln wurden verworfen, traditionelle Gestaltungsregeln hatten bei ihnen keine Bedeutung mehr.

Der wohl entscheidendste Künstler war Marcel Duchamp (1887- 1968), der weder einem Stil, noch bestimmten Verfahren verbunden war und der sich dem ständigen Experimentieren mit Gebrauchsgegenständen, Fotos, Werbematerial, Glas, Holz, Metall und Farbe „hingab“.
Er betrachtete die Kreativität mehr als eine geistige als eine handwerkliche Leistung. Triviale Gegenstände seiner Wahl in den Rang von Kunstwerken zu erheben, war für viele Zeitgenossen eine Provokation. Seine Ready- mades bereiteten den Weg für spätere Objektkünstler.

Kurt Schwitters (1887- 1948) erprobte seit 1918 v.a. kombinatorische Verfahren, z.B. mit trivialen Fundstücken, denen er eine poetisch-magische Ausstrahlung verlieh. Von ihm stammen die sogenannten „MERZ- Kunstwerke“. Diese Bezeichnung geht auf eine verschollene Collage mit den Wortfragmenten „Commerz- und Privatbank“ zurück, der er den Titel „MERZ“ gab. 1923 baute der Künstler eine Raumcollage in sein Hannoversches Wohnhaus, den MERZ- Bau, der aus Holz, Metall, Abfall, Draht usw. fast Höhlencharakter annahm. Sein magisches Verhältnis zum Material drückt sich in Raumbezeichnungen für Abschnitte dieses MERZ- Baus aus: „Nibelungenhort“, „Lustmordhöhle“, „Ruhrgebiet“.


Die surrealistische Collage knüpfte an Visionen des Dichters Comte de Lautréamont (1846- 1870) an. Äußerungen wie „Schön- wie die zufällige Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“ bereiten die surrealistische Collage gedanklich vor.
„Cadavre exquis“ ist ein surrealistisches Zeichenspiel, bei dem eine Grafik- Collage durch Gemeinschaftsarbeit entsteht. Ein Blatt wird so gefaltet, daß nur jeweils die Ansatzpunkte des vorherigen Zeichners zu sehen sind, der nächste „Spieler“ setzt diese Ansätze fort und zum Schluß wird die Gemeinschaftsarbeit nach Auseinanderfalten sichtbar.

Max Ernst (1891- 1976) wird von Luis Aragon als Erfinder der eigentlichen Collage bezeichnet. Dieser Künstler nahm z.B. Druckmaterialien (Klischeedrucke, Illustrationen aus Katalogen und Zeitschriften) und Fotos und verband diese in komplizierten Verfahren mit Zeichnung und/ oder Malerei. Berühmt wurde er z.B. mit den Collagezyklen „La femme 100 têtes“ (1929) und „Une semaine bontée“ (1934) in denen er Holzstichillustrationen des 19.Jh. verwendete. Max Ernst erfand 1925 die Frottage, in der er mit Intelligenz und Kreativität sowie geschickter Kombination Strukturfunde interpretierte und zu verblüffenden Bildlösungen fand.

Surrealisten wie Man Ray, Meret Oppenheim, Joan Miro und Pablo Picasso sind zu den bekanntesten Collagekünstlern zu zählen.

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Dieses Thema tangierend:

- Die Collage (4)
- Über die Rolle des Wunderbaren und der Collage in der Kunst und deren Einfluss auf die Literatur (1)
- Über die Rolle des Wunderbaren und der Collage in der Kunst und deren Einfluss auf die Literatur (2)
- Max Ernst- Schnittstelle zwischen Kunst und Literatur des Surrealismus (Teil 1)
- Der Künstler und seine Quellen
- Illustrationen zu Perkampus (1)
- Illustrationen zu Perkampus (2)
- Bildinterpretation zu Miro, Karneval des Harlekin

Was ist Surrealismus?

Zum Abbildungsteil

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Sonntag, 27. Mai 2007

Die Collage (4)

Kubismus und Futurismus

Als Geburtsstunde der Collage gilt Pablo Picassos (1881-1973) Stilleben mit geflochtenem Stuhl von 1912.
Der Künstler klebte in ein Stilleben ein Stück Wachstuch, das mit dem Strohgeflecht eines Stuhles bedruckt war.
Später verwandte er auch Sand, Haare, Postzettel, Zeitungsschnipsel, um seinen Bildern „ Werte einer direkten Wirklichkeit zu verleihen“ (Richard Hülsenbeck).
Diese Einlagen sollten dem Werk ähnlichen Wert verleihen wie es zuvor Materialzusätze bei religiösen Bildern taten.

Georges Braque (1882- 1963) experimentierte ebenfalls mit neuen Materialien in seinen Bildern. Waren es zunächst z.B. Sand, Sägemehl und Metallspäne in Farbe, mit denen er neue Bildwirkungen untersuchte, so erprobte er später das Malen von Buchstaben und Wörtern in seinen Bildern. Infolge dieser Arbeitstechniken entstanden weiterhin kontrastreiche Bilder , in denen geometrisch-kubischen Formen illusionistisch gemalte Details (wie z.B. Nägel) gegenüberstehen. Letztere wurden zuerst gemalt und später durch reale Gegenstände ersetzt.

Die in den Bildern dieser Zeit von nun an häufig verwendeten Fremdpapiere (wie Zeitungsausschnitte, Sand- und Packpapiere, Tapetenstücke und Papiere mit imitierter Holzmaserung) führten schließlich zur Bezeichnung „papier collés“ (coller= kleben) und daraus folgte die Bezeichnung „Collage“.

Die Futuristen Giacomo Balla, Umberto Boccioni, Carlo Carrà, Luigi Russolo und Gino Severini forderten in ihren Manifesten unter anderem das Einbeziehen „zeitgenössischer Materialien“, da sie darin eine Steigerung der Ausdruckskraft sahen.
So wurden z.B. Buchstaben und Worte - ähnlich wie bei den Kubisten- einbezogen. Im Unterschied dazu achteten sie aber auch auf deren Informationsgehalt.
Gino Severini <(1883-1966) wollte den Betrachter beispielsweise mit Worten wie „Walzer“ oder „Polka“ zu akustischen Erlebnissen stimulieren. Andere erprobten das Zusammenspiel von Farben, Tönen und Gerüchen (Enrico Prampolini) oder gaben politische Assoziationen vor („Patriotisches Fest“, Carlo Carra, 1914) durch geordnete Farb- und Formstrudel, denen Wortfetzen zugesetzt waren.

Diese Entwicklung wurde von einigen russischen Künstlern begeistert aufgegriffen. (Wladimir Jewgrafowitsch Tatlin- 1885-1965; Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch- 1879- 1935; Ivan Puni- 1884- 1956).


siehe auch Collage (3)
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tja - 19. Jun, 06:59

Meine Kommentare

weitere arbeiten
des künstlers auch hier: http://paintaliciou s.org/2007/09/14/ron-mueck -hyper-realist-sculptor/
experimentisten - 30. Jun, 13:42
daß sie ihm die...
daß sie ihm die Chance gab, wie früher zu...
FranzSchiel - 14. Jun, 10:57
ganz herzlichen dank
tut gut. ja, das hätte ich auch nicht gedacht,...
mehrschichtig - 8. Jun, 15:03
lol
das finde ich ja süß ;) jede will den froschmann......
anudem - 7. Jun, 07:08
wo denn?
ich find ihn schön. so stell ich mir den kleinen...
anudem - 6. Jun, 17:38
rotes haar
ja, rotes haar ist ein interessantes motiv in den künsten...
albannikolaiherbst - 4. Jun, 13:11
danke für die blumen
ich finde es schön, wenn sich leute zusammen finden,...
albannikolaiherbst - 4. Jun, 13:06
fortsetzung
danke für die grüße und ich bin gespannt...
albannikolaiherbst - 30. Mai, 10:34

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