Samstag, 1. März 2008

Blutopfer III (Penisblut)

[Diese Betrachtung entwickelt ähnlich eigenwillig Lawinencharakter, wie die Beschäftigung mit dem Nightmare- Abtastung des Verborgenen. Vor aktuellem persönlichen Hintergrund- einer Bluttransfusion meines Sohnes und dem Auffinden meiner alten Zeichnungen für eine Broschüre für den Kunstunterricht - wuchs das Interesse an der Thematik. Aus einer ursprünglich nur beiläufigen Beschreibungsabsicht für mein Eingangsbild entwickeln sich nun einige vernetzte Gedanken. (siehe auch unter Anmerkungen unten) Wohin diese Reise letztendlich führt, ist noch nicht gewiss...]

Blutopfer II

3. Der Hieroglyphentext *2

Im Punkt 1 wurde die Übersetzung der Hieroglyphen bereits vorgestellt.

Verwunderlich ist, dass er (König von Yaxchilan) sich das Blut (siehe 2, 3) vor dem Fackelstab abzapfen soll.
Diese Handlung ist hier allerdings nicht dargestellt, aber die Forscher gehen davon aus, dass Itzam Balam in einem nächsten Ritualschritt selbst Hand an sich anlegt. Typisch wäre, dass er sich Blut aus Zunge oder Penis abzapft.

Die Fackel wäre eigentlich ein untypisches Symbol für diesen Zusammenhang, muss demzufolge hier bedeutsam gewesen sein. (siehe auch 3.)

Die Aussage, dass sich der König Blut abnehme, wiederholt sich und es schließt sich nach der Namenshieroglyphe der Titel u chanul ah nik (Bewacher von Ah Nik) an, sowie Göttlicher Ahaw von Yaxchilan.

In den Hieroglyphen 9- 12 wird Frau Xok als Blutopfernde erwähnt und eine Namensphrase, in der sie den Chakte-Titel trägt.

Die letzten vier Zeichen, 13 - 16, sind die Signatur des Bildhauers Ah Chakil Ahol. Eine ursprüngliche These, dass alle drei Türstürze vom selben Bildhazer stammen, wurde verworfen. Man vermutet, dass hier drei Mayas am Werk waren, allerdings von gleicher Meisterschaft und unter der Aufsicht von Ah Chakil Ahol arbeitend.

4. Opferung des Penisblutes
4. 1. König von Yaxchilan, Itzam Balam im Ritual


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Detail von Türsturz 24, Tempel 23, BF


Der Ehemann von Frau Xok, Itzam Balam, steht vor ihr, eine kunstvoll dargestellte, flammenwerfende, Fackel in beiden Händen schräg hinter ihren Kopf haltend. Dies deutet darauf hin, dass die Szene entweder in einem abgedunkelten Raum oder in der Nacht stattfand.
Seine Kleidung besteht aus einem mehrfach gewickelten Lendenschurz und einem kostbar gewebten Cape über Schulter und Rücken.
Den Hals schmückt eine Kette aus dicken Jadeperlen, mit einer Jademaske in Form des Sonnengottes K`inich Ahaw.

Perlenschnüre zieren seine Beine unterhalb des Knies.
Beschuht ist der König mit Sandalen aus Jaguarfell, die über dem Fuß festgeknot wurden.
Sein langes Haar ist nach hinten gekämmt und zu einem Knoten aufgesteckt.
Auf der Stirn von Itzam Balam sieht man die Trophäe eines geopferten Gefangenen. *3

4. 2. Penisblutopfer bei den Maya

Oben war die Rede davon, dass ein Teil der Inschrift auch von einem Blutopfer des Königs berichtet. Da diese hier nicht visualisiert wurde, interessiert es mich besonders, genauere Informationen darüber zu erhalten. Und das muss man sich einmal vorstellen- die empfindlichste Körperregion des Mannes wird perforiert, um Blut zu opfern!

"Die Penisperforation ist neben Abbildungen von Inschriften, Vasen, und Keramikfiguren auch von kolonialzeitlichen Augenzeugenberichten belegt.
Eine besonders naturalistische Wiedergabe des Rituals liefert eine Keramik des Spätklassikums (Schele u. Miller 1986: 192 u. 203), deren Erscheinungsbild sich mit der Aussage des Fray Delgado aus dem 17. Jahrhundert weitgehend deckt, die er über die Beobachtung einer Opfermethode bei den Manche-Chol-Maya gemacht hat (Schele u. Miller 1986: 180):

"In Vicente Pach’s ranch I saw the sacrifice. They took a chisel and wooden mallet, placed the one who had to sacrifice himself on a smooth stone slab, took out his penis, and cut it in three parts two finger breadth [up], the largest in the center, [...]. The one who was undergoing the operation did not seem to suffer, and did not lose a drop of blood."

(Quelle)

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Figürliche Darstellung einer Penisperforation


S. Gronemeyer (Anmerkung: s.u.) hat dazu eine Menge zusammengetragen, von dem wir hier profitieren können.
Die nachfolgende Keramikfigurine zeigt ebenfalls einen Adligen im Schneidersitz, der dieses Ritual gerade ausgeführt hat. Seinen Penis liegt bereits auf einem Stapel blauen Papieres, denn hat und gerade die Perforation durchgeführt.
Oben sprachen wir von Rindenpapier, dass zum Auffangen des Blutes diente. Im Maya-Gebiet wurde dieses Papier aus der Rinde des Feigenbaumes hergestellt (Ficus cotinifolia, yuk.: kopo).

Die Figurine zeigt, entgegen der Aussage des Fray Delgado, jedoch eher eine Perforation der Glans penis, oder, was noch wahrscheinlicher erscheint, des Orificium praeputii, da die Glans penis doch recht widerstandsfähig und äußerst sensibel ist. Auch hier kann eine schnelle Handlung vermutet werden, um den Schmerz für den Teilnehmer so gering wie möglich zu halten.
(Quelle)

Gronemeyer zitiert Landa, demzufolge durch den seitlich perforierten Penis auch Schnüre hindurch gezogen werden. Dieses schmerzvolle Ritual gipfelte Berichten zufolge in einem Tanz, den mehrere Ritusteilnehmer, die durch eine durch die Wunde gezogene lange Schnur verkettet waren, auf diese Weise zusammen aufführten (Landa 1990: 64 f.).

Eine Variation wäre, dass neben Schnüren auch Papierstreifen durch die Wunde gezogen oder um den Penis herum gewickelt wurden- zu betrachten an dieser Keramik:

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Penisperforation auf einer polychromen Vase


Wie wirkt sich ein derartiges, wiederholt praktiziertes Ritual auf die Gesundheit der Selbstopfer aus?

Kolonialzeitliche Augenzeugenberichte berichten, daß die Opfernden keinerlei Schmerzempfinden zeigten, was auch in Abbildungen der Prozedur zu sehen ist. Ebenso wird davon berichtet, daß bei der Perforation kein Tropfen Blut aus der Wunde austrat (Schele u. Miller 1986: 180; Tozzer 1941: 114).

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Anatomie des Penis - Querschnitt (Quelle)


Auch hier bestand wie oben bereits erwähnt die Gefahr von Infektionen. Sollte die Perforation nur am Orificium praeputii stattgefunden haben, so traten keine weiteren Nebenwirkungen auf.
Bei einer Durchbohrung der Glans penis bestand zusätzlich die Gefahr einer Verletzung der Urethra, so daß es zu Schmerzen beim Wasserlassen kommen konnte, wenn Harn in die Wunde eintrat.
Ferner konnte durch eine Verengung der Urethra, sollte die Wunde vernarben, das Urinieren weiter erschwert werden. Im schlimmsten Fall, nämlich einer völligen Schließung des Harnleiters, würde das Wasserlassen unmöglich und die betreffende Person würde an Nierenversagen sterben. Bei Verletzungen der Schwellkörper und der sie umgebenden Tunica albuginea wären Störungen der Erektionsfähigkeit die Folge, die allerdings nur temporär wären.
(Quelle)

Wie erklärt sich der Fakt, dass sich die Adeligen selbst einer derart schmerzhaften, gefährlichen Prozedur unterzogen und nicht Untergebene dazu einsetzten?

Auch hier fasst S. Gronemeyer zusammen:

Was für das gemeine Volk ganz allgemein galt, galt für den ahaw, den Herrscher oder König, ganz besonders: Er stand im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, er war der Garant für die Sicherheit des Volkes. Und so gab er als Zeichen seiner Frömmigkeit bei jedem wichtigen Anlaß ein Blutopfer. Bei Geburten, Heiraten, Todesfällen, Inthronisation, Gebäudeweihen, Kalenderfesten – die Liste ließe sich noch beliebig verlängern – wurde zur Weihe Blut gespendet um die Götter in Anwesenheit zu rufen (Schele u. Miller 1986: 176) und die Welt in Bewegung zu halten.

Daraus sollte man aber nicht folgern, daß der ahaw grundsätzlich über gesteigerte Fähigkeiten der Tranceerzeugung, wie sie weiter oben beschrieben wurden, verfügte. Schließlich ging die Herrschaftsfolge im allgemeinen nach der Primogeniturordnung und nicht nach den Fähigkeiten in der Tranceerzeugung auf den nächsten über.
Die Fähigkeiten lassen sich aber in einem gewissen Rahmen trainieren, und daß das Erlangen von Visionen der vielleicht wichtigste Bestandteil im Ritus war, läßt sich auch daran zeigen, daß eine Ereignisglyphe im Rahmen des Blutopfers, die sog. „Hand mit Fisch“-Glyphe (T714), als („beschwören“) gelesen wird.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, ob das Blutopfer nur als erfolgreich angesehen wurde, wenn dem Teilnehmer eine Vision zuteil wurde, oder ob allein schon der Akt des Blutvergießens nur zur Ernährung der Götter ausreichte.
(Quelle)

In der Relación de las cosas de Yucatán werden wir mit weiteren, unglaublichen Einzelheiten konfrontiert: man berichtet, daß beide Geschlechter sich runde Teile aus den Ohrläppchen schnitten. Männer würden sich gelegentlich die Vorhaut ihres Penis abreißen, was den Chronisten Gonzalo Fernández de Oviedo (nach S. Gronemeyer) dazu veranlaßte, zu glauben, daß bei den Maya die Beschneidung üblich sei (Landa 1990: 64).

4. 3. Auffangen des Penisblutes und Methoden des Erlangens der Visionsfähigkeit (im Blutopferritual)

Im letzten Kapitel 5 wird noch auf die Visionsschlange zurückzukommen sein.
Es fragt sich, was genau Trance und Vision beförderte- nur der mit dem Blutopfer eingehende Blutverlust und die Schmerzen?

Um diese zu erwartenden Schmerzen auszuhalten, um die Visionsfähigkeit, den Trance zu befördern, gab es vorbereitenden Handlungen (wie Dampfbäder; Fasten, Abstinenz), die auch das Bewußtsein verändernde Zustände während der eigentlichen Kulthandlung mit gefördert haben. Außerdem beförderte der rituelle Tanz in die gewünschten Zustände.

Es ist nicht auszuschließen, dass diese prächtigen Gewänder (ein vollständiges Ornat) beim rituellen Tanz den Erschöpfungszustand begünstigt haben, sicher auch aufgrund des schweren Kopfputzes oder wegen der hitzestauenden Wirkung einzelner Kleidungsstücke.

Am Penis wurden lange Papierbögen befestigt, die sich während eines wirbelnden Tanzes mit Blut sättigten. Das durch den Tanz, wie Linda Schele und Mary E. Miller schreiben, das Blut infolge der Zentrifugalkraft in diese Bögen gepreßt wurde (Schele u. Miller 1986: 181, 193 u. 204 f.) erscheint mir aber aufgrund der geringen Rate, mit der die betreffenden Personen sich drehten, unwahrscheinlich.

Da es sich um Papierbögen handelte, kann man als Erklärung am besten die Saugwirkung infolge der Kapillarkraft suchen. Insgesamt kann man sich den Ablauf vielleicht so vorstellen, daß der ahaw nach Vollzug des Opfers im Tempelinnern auf die Tempelplattform heraustrat, während unten auf der Plaza der übrige Adel und das Volk, ebenfalls mit Papierkleidung kostümiert, gleichermaßen Blut opferten und tanzten.

Musikanten spielten auf Flöten, Rasseln, Trommeln und Trompeten aus Holz oder großen Schneckenhäusern, dazu wirbelten Tänzer über den Platz. Dann schloß der ahaw sich dem Treiben an und verrichtete oben auf der Tempelplattform seine Aufführung.

Wie Schele und Miller richtig vermuteten (Schele u. Miller 1986: 178), können bei derartigen Zusammenkünften Fälle von kollektiver Trance oder Massenhysterie auftreten. Inwieweit exzessives Tanzen auf die Psyche einwirkt, kann man auch sehr leicht in unserer Techno-Kultur beobachten.
(...)
Die in Discos gerne verwendeten Lichtorgeln und Stroboskopblitze könnten damals durchaus ihr Pendant in den bunt geschmückten Ritusteilnehmern gehabt haben. Entscheidend ist das, was von Medizinern als „Reizüberflutung“ bezeichnet wird, die Menschen „ertrinken“ geradezu in dem ungewöhnlich starken sensorischen Input. Welche Mechanismen im Gehirn genau wirken, konnte die Forschung noch nicht hinreichend erklären.
(Quelle)

Mich bringt der Lichtorgel-Vergleich auf die Idee, dass diese ungewöhnliche Fackelsymbolik auf unserem Türsturz vielleicht auch ähnlich eingesetzt wurde: als optischer Reiz. Durch die geschwungenen Fackeln während des rituellen Tanzes wurde von Schmerzen und Erschöpfung abgelenkt, Halluzinationen, Visionen begünstigt.

4. 4. Gott der Selbstkasteiung

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Junger Todesgott, wahrsch. Uac Mitun Ahau


In der Götterwelt der Maya gibt es einen Gott der Selbstkasteiung, von Schellhas (einer der Fachleute, die an der Entschlüsselung der Codices arbeiteten) als Gott A`bezeichnet. Er scheint dem alten Todesgott nahe verwandt zu sein. (Man konnte seinen ursprünglichen Namen bis dato noch nicht entschlüsseln.)

Auf vielen Keramiken ist er zu finden, 10 mal auch in den Codices *4 und immer in Verbindung mit der Selbstkasteiung. Man zeigte ihn entweder wie er sich gerade Blut aus Zunge oder Penis abnimmt oder wie er sich selbst enthauptet.

Sein klassischer Unterwelts-Schmuck - bestehend aus einer Halskette mit Menschenaugen und ein Umhang mit Knochensymbolen zeigt ihn als rundum negativen Gott, so Heike Owusu (in: Symbole der Inka, Maya & Azteken, Schirner Verlag, Darmstadt 2000, S. 153).

Am aufgemalten Acab-Zeichen für Nacht/ Dunkelheit auf der Stirn ist er ebenfalls zu erkennen. Er gehört zur jungen Unterweltgottenheitengeneration, was wiederum durch Figur, Kleidung und Gesichtsform dargestellt wird.

Derzeit nimmt man an, dass es Uac Mitun Ahau ist, ein Gott der sechsten Unterwelt, dem die westliche Himmelsrichtung beigeordnet wurde. Man belegt diese These dadurch, dass es in den negativ belegten Cauac-Jahren zu unmäßigen Selbstkasteiungen kam.

Eine andere Quelle geht davon aus, dass Ah ouh puc oder Ah puch ein Dämon der Maya gewesen ist, der gemeinhin als Skelett mit Krokodilrücken dargestellt wurde. Als Dämon der Zerstörung galt er unter dem Namen Uac mitun ahau auch als „Herr der sechs Höllen“. Sein Begleiter waren Hund und Moan-Vogel, ein mythischer Wolkendämon.
(Quelle)

In den Schriften wird dieser Gott A`als Herrscher der Cauac-Jahren genannt. In seiner Hieroglyphe ist ein Porträt mit dem Wangensymbol für Tod zu sehen, ein Kopfputz stilisiert seine Stirn.

Image Hosted by ImageShack.usHieroglyphe für Gott A`, o.g. junger Todesgott, Herrscher der Cauac-Jahren


Es folgt:

5. Das Blutopfer-Ritual II

___________________________________



*2 Die Mayaschrift , die ohne erläuternde Illustrationen auskam, entwickelte sich erst um etwa 400 n. Chr. (siehe Sven Frotscher in 5000 Zeichen und Symbole der Welt, Hauptverlag, Bern 2006, S. 189)

*3 Menschenopfer waren in der Religion der Mayas durchaus üblich. Man opferte nicht nur Gefangene, sondern auch Mitglieder der eigenen Gruppe, selbst aus der Oberschicht. Die genauen Umstände werden gegenwärtig noch erforscht.

*4 Maya-Codices sind Bilderhandschriften, in denen Informationen über das Leben der Maya, über Mathematik, Ritual- und Deutungskalender, astronomische Berechnungen usw. festgehalten wurden.
Der Zerstörungen aller „heidnischen“ Objekte (vor allem durch Diego de Landa im Jahr 1562) während der Zeit der Conquistadoren geschuldet, existieren heute nur noch vier dieser Codices (zur Unterscheidung nach ihrem späteren Aufbewahrungsort in Europa und den USA benannt):

* Madrider Codex (auch Codex Tro-Cortesianus)
* Dresdner Codex (auch Codex Dresdensis)
* Pariser Codex (auch Peresianus Codex)
* Grolier Codex (nur noch als Fragment erhalten)



Anmerkungen: Sven Gronemeyer von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn/ Seminar für Völkerkunde schrieb einen aufschlussreichen, interdisziplinären Aufsatz, der hier als Grundlage für die Beschreibung des einzigartigen Blutopfers diente:
Tranceerzeugung in den Selbstkasteiungsriten der Maya-
Medizinische Grundlagen und Auswirkungen
, Halver, im Herbst 1999.

Aus dem überaus interessanten Inhaltsverzeichnis:

HALLUZINATION VISION ODER TRANCE?

Organische Grundlagen

RELIGIONSETHNOLOGISCHE GRÜNDE UND ANLÄSSE

SELBSTVERSTÜMMELUNG FÜR DAS BLUTOPFER

Die Instrumente

DIE PERFORATIONSVERFAHREN

Die Anatomie der Zunge
Die Zungenperforation
Die Anatomie des Penis
Die Penisperforation
Die Perforation anderer Körperteile
Die Perforation als Auslöser halluzinogener Effekte?

DER RITUELLE TANZ

DAS OPFERFEUER

DER EINFLUSS VON DROGEN

Der Gebrauch des Tabak
Weitere pflanzliche Drogen
Der Gebrauch giftiger Kröten

Gerade die Krötensymbolik beschäftigt mich momentan in einem anderen Zusammenhang und an anderer Stelle. Und es wäre interessant, auch hier einmal kulturgeschichtliche Vergleiche anzustellen:

Der Gebrauch giftiger Kröten (Exzerpt nach S. Gronemeyer)

1. Bufo marinus= Aga- oder Riesenkröte (etwa 20 cm groß) Kröte wurde als Bote der Regengötter angesehen

2. ein Absudus aus ihrem Hautsekret wurde hergestellt; es enthält Bufotenine, die blutdrucksteigernd wirken und gefährliche Einflüsse auf das cardiovasculäre und Zentralnervensystem haben, und deshalb nur in geringen Dosen genommen werden können.

3. das Sekret wurde pur konsumiert oder dem Balche-Trunk für die Jaguarpriester hinzugegeben.

4. es entfaltet halluzinogene Wirkungen ("Chemisch verwandt sind die Bufotenine mit den polyzyklischen Mutterkorn-Alkaloiden, aus deren Hauptalkaloid, der Lysergsäure, auch LSD synthetisiert wird. Bufotenin läßt sich noch in den Samen von Anadenanthera perigrina und dem cohoba-Schnupfmittel der Westindischen Inseln nachweisen (Dobkin de Rios 1984: 120).")

5. sein Gebrauch ist momentan in der Klassik nicht nachweisbar, wird dennoch vermutet

.
 

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