Flächendeckend naiv
ist man, wenn man daran glaubt, dass nach laut verkündeten Umstrukturierungsplänen und festen Entschlüssen man nun mit kleinen Schritten in eine neue Bewegungsrichtung geraten könnte.
Naiv, zu glauben, dass Menschen ohne einen Münzregen anstellen zu können, irgendjemandem auf irgendeine Weise nützlich sein könnten.
Naiv, zu glauben, dass Dinge, die man geschenkt bekommt, nicht kaufen kann, eine Nähe ergeben könnten, die im Bedarfsfall ein stückweit trägt. (Aufmerksamkeit, Interesse, Zuneigung, gemeinsame Arbeit, Gespräche, mentale Unterstützung etc.)
Naiv, zu glauben, dass Worte und herzliche Brücken aus der Vergangenheit noch irgendein Gewicht hätten bzw. tragen könnten.
Naiv, nicht zuzugeben, dass man den Wert eines Menschen be r e c h n e n muss, dass es kein Vertrauen gibt, dass man sich für menschliche Wärme erst etwas kaufen können muss, bevor es warm wird.
Naiv, zu glauben, dass man Narzisten in irgendeiner zufriedenstellenden Weise begegnen könnte.
Naiv, sich immer wieder treten zu lassen und auch noch freiwillig als Woodoopuppe zur Verfügung zu stellen.
Naiv, zu glauben, dass man ein gemeinsames Beet angelegt hätte.
Naiv, zu glauben, dass man selber aus der Grube krabbeln muss, um wieder Sonne zu sehen.
Naiv, zu glauben, dass Miller recht hätte, dass man alles aus verschiedenen Perspektiven betrachten k ö n n t e, um eine Lösung zu finden.
Naiv, zu glauben, dass ein Mensch, der nie von sich aus kommt, der nie Fragen zum Leben des anderen stellt, könnte einem einen Bruchteil von Respekt, Achtung oder Interesse entgegenbringen.
Naiv, zu negieren, dass es diese Menschen gibt, die nur/erst durch negative Erlebnisse und Gefühle (Wut, Hass, Schmerz, Neid...) Lebens- und Schaffensenergie ziehen können. (Notfalls müssen eben Gegner aus ehemaligen Freunden kreiiert werden, wenn sich grad kein Dummi zur Verfügung stellt)
"Ich will eine Narbe auf der Welt hinterlassen." (Henry, von Anais zitiert )
"Er verlässt eine Frau auf eine unglaublich grausame Art, weil er es nicht ertragen kann, eine Verbindung abzubrechen.
(...)
Aber Gefühle sind Fesseln. Man darf Henry nicht als Menschen verehren, sondern als Genie-Monster.
(...)
Ich weinte, weil ich nicht mehr glauben konnte, während ich doch so gerne glauben will. Ich kann noch immer leidenschaftlich lieben, ohne zu glauben. Das bedeutet, dass ich menschlich liebe." (Anais über ihre Liebe zu Henry)
Naiv, zu glauben, es hätte jemals Augen und Türen gegeben.
Alles ist TÄUSCHUNG.
Zum Glück hat mir noch niemand gesagt, dass ich seine Muse wäre, sonst wäre auch noch diese Illusion pfutsch.
Außerdem verlasse ich keine Menschen. Wer einmal hinter meine Türe spähen durfte, bleibt in der Regel drin, es sei denn, er reißt mir das Herz heraus. Man fällt höchstens tot um neben mir oder wird vom verbalen Austausch befreit, wenn es nötig sein sollte...


Emile Jean Horace Vernet (1789 - 1863). Die Ballade der Leonore, 1839 (zu der Ballade von Gottfried August Bürger, 1774)
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Naiv, zu glauben, dass Menschen ohne einen Münzregen anstellen zu können, irgendjemandem auf irgendeine Weise nützlich sein könnten.
Naiv, zu glauben, dass Dinge, die man geschenkt bekommt, nicht kaufen kann, eine Nähe ergeben könnten, die im Bedarfsfall ein stückweit trägt. (Aufmerksamkeit, Interesse, Zuneigung, gemeinsame Arbeit, Gespräche, mentale Unterstützung etc.)
Naiv, zu glauben, dass Worte und herzliche Brücken aus der Vergangenheit noch irgendein Gewicht hätten bzw. tragen könnten.
Naiv, nicht zuzugeben, dass man den Wert eines Menschen be r e c h n e n muss, dass es kein Vertrauen gibt, dass man sich für menschliche Wärme erst etwas kaufen können muss, bevor es warm wird.
Naiv, zu glauben, dass man Narzisten in irgendeiner zufriedenstellenden Weise begegnen könnte.
Naiv, sich immer wieder treten zu lassen und auch noch freiwillig als Woodoopuppe zur Verfügung zu stellen.
Naiv, zu glauben, dass man ein gemeinsames Beet angelegt hätte.
Naiv, zu glauben, dass man selber aus der Grube krabbeln muss, um wieder Sonne zu sehen.
Naiv, zu glauben, dass Miller recht hätte, dass man alles aus verschiedenen Perspektiven betrachten k ö n n t e, um eine Lösung zu finden.
Naiv, zu glauben, dass ein Mensch, der nie von sich aus kommt, der nie Fragen zum Leben des anderen stellt, könnte einem einen Bruchteil von Respekt, Achtung oder Interesse entgegenbringen.
Naiv, zu negieren, dass es diese Menschen gibt, die nur/erst durch negative Erlebnisse und Gefühle (Wut, Hass, Schmerz, Neid...) Lebens- und Schaffensenergie ziehen können. (Notfalls müssen eben Gegner aus ehemaligen Freunden kreiiert werden, wenn sich grad kein Dummi zur Verfügung stellt)
"Ich will eine Narbe auf der Welt hinterlassen." (Henry, von Anais zitiert )
"Er verlässt eine Frau auf eine unglaublich grausame Art, weil er es nicht ertragen kann, eine Verbindung abzubrechen.
(...)
Aber Gefühle sind Fesseln. Man darf Henry nicht als Menschen verehren, sondern als Genie-Monster.
(...)
Ich weinte, weil ich nicht mehr glauben konnte, während ich doch so gerne glauben will. Ich kann noch immer leidenschaftlich lieben, ohne zu glauben. Das bedeutet, dass ich menschlich liebe." (Anais über ihre Liebe zu Henry)
Naiv, zu glauben, es hätte jemals Augen und Türen gegeben.
Alles ist TÄUSCHUNG.
Zum Glück hat mir noch niemand gesagt, dass ich seine Muse wäre, sonst wäre auch noch diese Illusion pfutsch.
Außerdem verlasse ich keine Menschen. Wer einmal hinter meine Türe spähen durfte, bleibt in der Regel drin, es sei denn, er reißt mir das Herz heraus. Man fällt höchstens tot um neben mir oder wird vom verbalen Austausch befreit, wenn es nötig sein sollte...


Emile Jean Horace Vernet (1789 - 1863). Die Ballade der Leonore, 1839 (zu der Ballade von Gottfried August Bürger, 1774)
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tja - 4. Aug, 12:18
sumuze - 5. Aug, 10:25
Auch wenn
manch glänzender Clipper nur im sicheren Hafen seine Segel setzt,
ist es doch nicht verkehrt, mit deiner Jolle aufs Meer hinaus zu fahren..
ist es doch nicht verkehrt, mit deiner Jolle aufs Meer hinaus zu fahren..
tja - 5. Aug, 11:58
die risiken
nichts zu fangen oder in seenot zu geraten bleiben für alle fahrgelegenheiten.
vielleicht fahren wir auch nur hinaus, um in den genuss einer sanften bzw. neuen bewegung zu kommen. und die netze füllen sich oft auf andere weise als erwartet.
ich las gerade den satz von Saona:
"Der Ansporn in einer Welt zu leben für die man nicht geschaffen ist, beschreibt das Wunder auf welches man sein Leben lang wartet."
ich nähere mich trotz starker böen lieber dem wunder, als daheim auf meine kiste zu warten.
vielleicht fahren wir auch nur hinaus, um in den genuss einer sanften bzw. neuen bewegung zu kommen. und die netze füllen sich oft auf andere weise als erwartet.
ich las gerade den satz von Saona:
"Der Ansporn in einer Welt zu leben für die man nicht geschaffen ist, beschreibt das Wunder auf welches man sein Leben lang wartet."
ich nähere mich trotz starker böen lieber dem wunder, als daheim auf meine kiste zu warten.
sumuze - 5. Aug, 13:11
Ich weiß nicht,
ob Netze zu füllen so wichtig ist. Gefüllte Netze machen das Reisen behäbig. Und in Seenot bist du, wenn du den Hafen verlassen hast.
parallalie - 5. Aug, 22:14
luft schnappen : ich bewundere die bildfolge : und lese ein ersticken : lenore fuhr ums morgenrot
tja - 5. Aug, 23:00
Ja, ich wünschte, ich hätte
dieses Bild selbst gemalt.
Das Luftschnappen, die Lust auf ewiges Morgenrot, die Lust mein Netz zu füllen (nicht mit schwerem Ballast- das Bild war i. ü.S. gemeint- z.B. neue Ideen, Gedanken, befreundete Seelen, Eindrücke etc.)... und dabei hoffentlich nicht ersticken, das wäre schon ein lohnenswertes Ziel. Solche Gefahren ignoriert der Extremist ja weitgehend.
Ich habe es viel zu lange vermieden, hinaus zu fahren. Als flächendeckender Naivling ist eine ev. Aussicht auf Seenot herunterzuspielen... ;)
Danke euch beiden für eure Einlassung dazu.
Das Luftschnappen, die Lust auf ewiges Morgenrot, die Lust mein Netz zu füllen (nicht mit schwerem Ballast- das Bild war i. ü.S. gemeint- z.B. neue Ideen, Gedanken, befreundete Seelen, Eindrücke etc.)... und dabei hoffentlich nicht ersticken, das wäre schon ein lohnenswertes Ziel. Solche Gefahren ignoriert der Extremist ja weitgehend.
Ich habe es viel zu lange vermieden, hinaus zu fahren. Als flächendeckender Naivling ist eine ev. Aussicht auf Seenot herunterzuspielen... ;)
Danke euch beiden für eure Einlassung dazu.







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