Kommentar zu Teil 6 der "Gilde der pechschwarzen Liebe" von Michael Perkampus (04.12.2006)
Zum Text
Ein Stück, welches sich für mich doch ein wenig wie eine logische Fortsetzung meiner Vermutungen zu den Teilen 5 und 3 liest.
Jetzt zitiere ich mich schon selber (sorry, damit es schneller geht):
„Sollte allerdings eine Szene auf der Bühne gemeint sein, so geht es um Verfolgung, um Vorausahnung des Zuschauers, der bemerkt, dass sich eine Figur selbst zugrunde richtet...
Darin kommt ein fetter oder gieriger, alter Herr vor, der vielleicht aus der Unterwelt/ Hölle, früher oder später kommt, um jeden abzuholen- der Teufel, der Tod? Kein Mensch kann ihm entrinnen.“
Und nun stehen wir hier mitten in der Hölle, werden Zeugen des Geschehens.
„Pandämonien“- können für mehrere Dinge stehen, wie ich gerade las:
1. allen Göttern geweihte Tempel (Pantheon)
2. Inbegriff aller übermenschlichen Wesen (Engel + Teufel)
3. Hölle
4. in der griechischen Mythologie die Gesamtheit aller bösen Geister
Nun müssen wir schauen, ob es um die Hölle oder eher um die bösen Geister gehen wird, denke ich.
„Ich kann doch innerhalb der frischen Pandämonien stehn
und Stile brechen die mich störn
Gepflückt sie nennen, weil sie in der Hand gehalten
Blumen werden, schauerlicher Samenprunk“
Es ging ja um diesen geheimen Akt der Liebe hinter der Bühne, der wohl zum Inhalt einer Beichte wird oder wurde. (doch innerhalb der frischen Pandämonien stehn)
Da es erst vor kurzem geschah, sind die Erinnerungen daran noch frisch und es werden Parallelen zu anderen Liebschaften gezogen ("Blumen"), die „vernaschten Damen“ (?) werden mit gepflückten Blumen verglichen.
„Schauerlicher Samenprunk“ könnte in diesem Zusammenhang einerseits für das Glück über die große Potenz des Mannes (?) als auch für sein (?) Entsetzen darüber stehen, da es Früchte der Liebe geben könnte, Kinder...oder ganz einfach Verpflichtungen.
„Ich kann nicht ihren Mäulern weichen, immer wieder
zacken sie nach meinen Schenkelreben, Weinblutgierig
nicken aufwärts zu mir hin und trachten
all danach mich zu verkosten, dieser Morgenstund
zum Hohn“
Der Mann/ Mensch fühlt sich mit seiner Gier nach Liebe und dem damit verbundenen Stress nicht gerade wohl. Er fühlt sich außerdem bedrängt von all den Frauen ("Blumen"). Klingt zweischneidig.
„Der Morgenstund zum Hohn“ steht vielleicht für eine junge Liebe, die dadurch in Gefahr gerät... und außerhalb dieser blumigen Beziehungen wachsen sollte. Oder es geht einfach um eine Nacht mit sehr vielen, verschiedenen Liebespartnern, die den Menschen auslaugt- bis zum Morgengrauen, ohne Unterlass.
„Wie aufgeblasne Segel setzen sie das Blattgut dick
zu Wind und reiten stürmisch Wiesenwellen;
und es kommt ein Laut gekrochen
sinnliches Herbarium, ausgesaftet über mir“
Eine Wiese aus Blumen ("Wiesenwellen") stünde für eine gewisse Anzahl von Partnern, „sinnliches Herbarium“ für die Bewahrung dieses Erlebnisses mit dieser Orgie (?), „Weinblutgierig“ stünde dafür, dass Alkohol zur Enthemmung dieser Nacht beitrug.
"Hölle" vielleicht deshalb, weil sich das ganze auch um ein orgiastisches Höllenspektakel als auch um die Beichte eines tatsächlichen Geheimnisses handeln könnte, welches in Teil 5 mit:
„ich sage nicht wer hinter mir die türen
aus den angeln riss
du petzt es doch nicht weiter“
angedeutet wurde.
Wenn es um die Beichte ginge dann könnte man unter „Pandämonien“ die Geister für diese Ausschweifungen verantwortlich machen, die den „armen Mann“ mit seiner von ihnen angestachelten Geilheit zugrunde richten; wenn es um das Bühnenwerk ginge, stünde ein ähnlicher Vorgang innerhalb der Hölle an, die Verführungskünste des Teufels.
Ich sehe, ehrlich gesagt, beide Bilder zugleich deutlich vor mir. Beides scheint in der Unterwelt zu enden...male ich den Teufel jetzt mal an die Wand.
Weitere Auseinandersetzungen mit der Gilde
Ein Stück, welches sich für mich doch ein wenig wie eine logische Fortsetzung meiner Vermutungen zu den Teilen 5 und 3 liest.
Jetzt zitiere ich mich schon selber (sorry, damit es schneller geht):
„Sollte allerdings eine Szene auf der Bühne gemeint sein, so geht es um Verfolgung, um Vorausahnung des Zuschauers, der bemerkt, dass sich eine Figur selbst zugrunde richtet...
Darin kommt ein fetter oder gieriger, alter Herr vor, der vielleicht aus der Unterwelt/ Hölle, früher oder später kommt, um jeden abzuholen- der Teufel, der Tod? Kein Mensch kann ihm entrinnen.“
Und nun stehen wir hier mitten in der Hölle, werden Zeugen des Geschehens.
„Pandämonien“- können für mehrere Dinge stehen, wie ich gerade las:
1. allen Göttern geweihte Tempel (Pantheon)
2. Inbegriff aller übermenschlichen Wesen (Engel + Teufel)
3. Hölle
4. in der griechischen Mythologie die Gesamtheit aller bösen Geister
Nun müssen wir schauen, ob es um die Hölle oder eher um die bösen Geister gehen wird, denke ich.
„Ich kann doch innerhalb der frischen Pandämonien stehn
und Stile brechen die mich störn
Gepflückt sie nennen, weil sie in der Hand gehalten
Blumen werden, schauerlicher Samenprunk“
Es ging ja um diesen geheimen Akt der Liebe hinter der Bühne, der wohl zum Inhalt einer Beichte wird oder wurde. (doch innerhalb der frischen Pandämonien stehn)
Da es erst vor kurzem geschah, sind die Erinnerungen daran noch frisch und es werden Parallelen zu anderen Liebschaften gezogen ("Blumen"), die „vernaschten Damen“ (?) werden mit gepflückten Blumen verglichen.
„Schauerlicher Samenprunk“ könnte in diesem Zusammenhang einerseits für das Glück über die große Potenz des Mannes (?) als auch für sein (?) Entsetzen darüber stehen, da es Früchte der Liebe geben könnte, Kinder...oder ganz einfach Verpflichtungen.
„Ich kann nicht ihren Mäulern weichen, immer wieder
zacken sie nach meinen Schenkelreben, Weinblutgierig
nicken aufwärts zu mir hin und trachten
all danach mich zu verkosten, dieser Morgenstund
zum Hohn“
Der Mann/ Mensch fühlt sich mit seiner Gier nach Liebe und dem damit verbundenen Stress nicht gerade wohl. Er fühlt sich außerdem bedrängt von all den Frauen ("Blumen"). Klingt zweischneidig.
„Der Morgenstund zum Hohn“ steht vielleicht für eine junge Liebe, die dadurch in Gefahr gerät... und außerhalb dieser blumigen Beziehungen wachsen sollte. Oder es geht einfach um eine Nacht mit sehr vielen, verschiedenen Liebespartnern, die den Menschen auslaugt- bis zum Morgengrauen, ohne Unterlass.
„Wie aufgeblasne Segel setzen sie das Blattgut dick
zu Wind und reiten stürmisch Wiesenwellen;
und es kommt ein Laut gekrochen
sinnliches Herbarium, ausgesaftet über mir“
Eine Wiese aus Blumen ("Wiesenwellen") stünde für eine gewisse Anzahl von Partnern, „sinnliches Herbarium“ für die Bewahrung dieses Erlebnisses mit dieser Orgie (?), „Weinblutgierig“ stünde dafür, dass Alkohol zur Enthemmung dieser Nacht beitrug.
"Hölle" vielleicht deshalb, weil sich das ganze auch um ein orgiastisches Höllenspektakel als auch um die Beichte eines tatsächlichen Geheimnisses handeln könnte, welches in Teil 5 mit:
„ich sage nicht wer hinter mir die türen
aus den angeln riss
du petzt es doch nicht weiter“
angedeutet wurde.
Wenn es um die Beichte ginge dann könnte man unter „Pandämonien“ die Geister für diese Ausschweifungen verantwortlich machen, die den „armen Mann“ mit seiner von ihnen angestachelten Geilheit zugrunde richten; wenn es um das Bühnenwerk ginge, stünde ein ähnlicher Vorgang innerhalb der Hölle an, die Verführungskünste des Teufels.
Ich sehe, ehrlich gesagt, beide Bilder zugleich deutlich vor mir. Beides scheint in der Unterwelt zu enden...male ich den Teufel jetzt mal an die Wand.
Weitere Auseinandersetzungen mit der Gilde
Zum Hörerlebnis- Gildetexte, gelesen von Michael Perkampus
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tja - 9. Mai, 18:35







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