Grenzenlosigkeit- Phantasie- Wachsen- Freude- Ruhe
"Zum Wachsen gehören Schmerz und Kampf, in der Vollbringung ist Freude und Fülle, in der Erfüllung Friede und Ruhe. Zwischen den Ebenen und Sphären des irdischen und überirdischen Daseins gibt es Leitern und Gitterwerk. Derjenige, der aufsteigt, singt. Die sich entfaltenden Ausblicke machen ihn trunken und versetzen ihn in Begeisterung. Er steigt sicheren Fußes, ohne an das zu denken, was unter ihm liegt, falls er ausgleiten und den Halt verlieren sollte, sondern nur an das, was vor ihm liegt. Alles liegt vor einem.
Der Weg ist endlos, und je weiter man kommt, desto mehr tut sich die Strasse vor einem auf. Die Sümpfe und Moraste, die Moore und Senkgruben, die Schlaglöcher und Fallen sind alle im Geist vorhanden. Sie liegen wartend auf der Lauer, bereit, einen in dem Augenblick zu verschlingen, wo man aufhört voranzugehen. Die unwirkliche Welt ist die Welt, die nicht ganz erobert wurde. Es ist die Welt der Vergangenheit, nie die der Zukunft. Sich an die Vergangenheit geklammert vorwärtszubewegen, ist, als würde man Fesseln und Eisenkugeln mit sich schleppen.
Der Gefangene ist nicht derjenige, der ein Verbrechen begangen hat, sondern derjenige, der an seinem Verbrechen festhält und es immer wieder durchlebt. Wir sind alle des Verbrechens schuldig, des großen Verbrechens, dass wir das Leben nicht voll leben. Aber wir haben alle Möglichkeiten, frei zu sein. Wir können aufhören, daran zu denken, was wir zu tun versäumt haben und können tun, was in unserer Macht liegt. Was diese Mächte, die in uns sind, sein mögen, hat niemand sich wirklich vorzustellen gewagt. Dass sie unbegrenzt sind, werden wir an dem Tag erkennen, an dem wir uns eingestehen, dass die Phantasie alles ist. Die Phantasie ist die Stimme des Wagnisses. Wenn etwas Göttliches ist an Gott, dann ist es das. Er wagte, sich alles auszudenken."
Der Weg ist endlos, und je weiter man kommt, desto mehr tut sich die Strasse vor einem auf. Die Sümpfe und Moraste, die Moore und Senkgruben, die Schlaglöcher und Fallen sind alle im Geist vorhanden. Sie liegen wartend auf der Lauer, bereit, einen in dem Augenblick zu verschlingen, wo man aufhört voranzugehen. Die unwirkliche Welt ist die Welt, die nicht ganz erobert wurde. Es ist die Welt der Vergangenheit, nie die der Zukunft. Sich an die Vergangenheit geklammert vorwärtszubewegen, ist, als würde man Fesseln und Eisenkugeln mit sich schleppen.
Der Gefangene ist nicht derjenige, der ein Verbrechen begangen hat, sondern derjenige, der an seinem Verbrechen festhält und es immer wieder durchlebt. Wir sind alle des Verbrechens schuldig, des großen Verbrechens, dass wir das Leben nicht voll leben. Aber wir haben alle Möglichkeiten, frei zu sein. Wir können aufhören, daran zu denken, was wir zu tun versäumt haben und können tun, was in unserer Macht liegt. Was diese Mächte, die in uns sind, sein mögen, hat niemand sich wirklich vorzustellen gewagt. Dass sie unbegrenzt sind, werden wir an dem Tag erkennen, an dem wir uns eingestehen, dass die Phantasie alles ist. Die Phantasie ist die Stimme des Wagnisses. Wenn etwas Göttliches ist an Gott, dann ist es das. Er wagte, sich alles auszudenken."
(Henry Miller in Sexus, Rowohlt 1978, S. 410)
tja - 1. Mrz, 22:38












